Gartenhaus mit Pultdach – das muss beachtet werden

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© mtmmarek - shutterstock.com

Ein Gartenhaus mit Pultdach zeichnet sich sowohl durch seine moderne und ästhetische Optik als auch durch seine praktischen Vorzüge wie ein leicht zu handhabender Aufbau und seine Nutzungsmöglichkeiten Außen und im Innern aus. Der Charakter dieses Modells wird vor allem bestimmt durch die Form und Konstruktion, das über eine einseitig geneigte Dachfläche verfügt, die an der Unterkante die Dachtraufe und an der Oberkante den Dachfirst bildet.

Damit das Haus in seinem Wesen optimal in seine Umgebung integriert werden kann und seine Funktionen effektiv und sicher zum Tragen kommen, muss vor der Anschaffung und dem Aufbau einiges beachtet werden.

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Auf die richtige „Neigung“ kommt es an

Bei einer Vielzahl von Gartenhäusern und Geräteschuppen wird als Dachform ein Pultdach gewählt, das aufgrund seiner Schräge und Form nach einem Pult oder Rednerpult benannt ist. Anders als ein ebenes Flachdach wird es in einem bestimmten Neigungswinkel schräg auf das Gebäude aufgesetzt. Es präsentiert sich in seiner Konstruktion als ein nach einer Seite hin geneigtes Sparrendach. Ein wesentliches Merkmal ist, dass die Gebäudehöhe wie einem Blockbohlenhaus mit der Dachschräge zur abfallenden Seite hin abnimmt. Durch die Neigung bleibt kein Schnee liegen, der mit seinem Gewicht auf die Konstruktion drücken kann und Schmelzwasser sowie Regenwasser können durch eine Regenrinne an der Wandseite mit der geringsten Höhe leicht abfließen. Das Problem bei diesen Gebäuden ist, den optimalen und effektiven Neigungsgrad zu finden. Während die Neigung häufig zuerst nach optischen Kriterien bestimmt wird, spielen dennoch funktionelle und technische Aspekte eine primäre Rolle.

Bei einem zu flach aufgesetztem Pultdach, beispielsweise mit einem Neigungswinkel von 11 bis 3 Grad und weniger, kann das Wasser samt Verschmutzungen nicht mehr ordentlich abfließen und drückt auf oder fließt in die Bedachung, wodurch schwere Schäden entstehen können. Bei zu flachen Pultdächern müssen verdichtende Unterdächer integriert werden, die das Eindringen von Wasser verhindern. Um diesen zusätzlichen Aufwand zu vermeiden, muss bereits bei der Planung eine effektive Dachschräge gewählt werden. Auch die Selbstreinigung des Daches durch abfließendes Regenwasser ist bei einem zu flachen Dach nicht gegeben. In diesem Fall müsste die Dachreinigung regelmäßig von Menschenhand erfolgen.

Der Neigungsgrad spielt auch eine entscheidende Rolle für die Art der Eindeckung. Ist die Neigung zu gering, ist die Auswahl der Eindeckungsbelege wie Dachziegel sehr eingeschränkt. Hingegen können relativ flach angelegte Pultdächer auch mit Bodendecker wie „gemeiner Efeu“ bepflanzt werden. Ein gängiger Neigungswinkel für ein Pultdach liegt bei 12 Grad und höher. Ein Dach mit relativ schweren Dachziegeln bedarf einer Neigung von mindestens 15 Grad. Maximal erreichen Pultdächer auch eine Dachschräge bis zu 60 Grad. Für die Installation von Solaranlagen ist ein tendenziell hoher Neigungswinkel notwendig, der 15 Grad nicht unterschreiten darf.

Der optimale Neigungsgrad richtet sich individuell nach der Größe, Art und Konstruktion des Gartenhauses, den optischen Wünschen, dem Platz, an dem es errichtet oder angebaut werden soll, der geplanten Nutzung sowie nach technischen Faktoren wie Eindeckungsbelege und der Dachbalkenstärke. Grundsätzlich ist es jedoch unvorteilhaft, wenn das Gartenhaus eine zu geringe Neigung besitzt.

Entscheidend ist die optimale Ausrichtung

Ein Schuppen mit Pultdach sollte nach Möglichkeit nach Nordwesten ausgerichtet sein, da diese Richtung in Mittel- und Westeuropa die Wetterseite darstellt und somit das Gebäude vor Wind und Niederschlag aller Art besser schützen kann. Gartenhäuser auf denen Solar-Warmwasseraufbereitungs-Anlagen oder Fotovoltaikanlagen installiert sind, müssen andererseits zur Sonnenseite ausgerichtet sein.

Das Häuschen mit Pultdach repräsentiert auch sehr häufig ein optimales Anbaumodell an ein bereits existierendes großes Haupthaus. In dieser Situation muss das Gebilde so ausgerichtet sein, dass die geneigte Dachfläche von der Wandseite des Haupthauses wegführt.

Wichtiges zur Konstruktion und Eindeckung

Die Konstruktion muss mit den Anforderungen der Umgebung sowie der geplanten Funktionen harmonieren und notfalls im Grundriss, in der Seitenwandhöhe, der Gesamthöhe und der Dachneigung angepasst werden. Die Eingangstür sollte in die Vorderfront eingebaut werden, da diese in der Regel die höchste Wand darstellt, sofern das Häuschen nicht an einem anderen Gebäude angebaut ist. Die notwendige Höhe der Wandstärke und die Stärke der Dachbalken hängen von der Größe des Gartenhauses, der gewählten Eindeckung und von dem Neigungswinkel ab. Grundsätzlich dürfen diese nicht zu schwach ausgewählt werden. Sehr viele Modelle verfügen über eine ordentliche Wandstärke von mindestens 45 Millimetern. Gartenhäuser können mit verschiedenen Eindeckungen wie Ziegel, Schiefer, Bitumen, Teer, Metallplatten, Kunststoffplatten, Kiesschichten oder Grünpflanzen sowie auch ideal zu wirtschaftlichen Zwecken zusätzlich mit Solaranlagen bedeckt werden. Grundsätzlich müssen das geplante Dachmaterial sowie die technischen Anlagen mit der Gesamtkonstruktion von einem Gartenhaus mit Pultdach in einem tragbaren Verhältnis stehen.

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