Hangbefestigung im Garten – so muss das!

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Hangbefestigung durch Steine
© Shutterstock - Jen Petrie

Die Hangbefestigung dient dazu, Naturgewalten ein Hindernis darzubieten. In der Praxis bedeutet das, dass steiles Gelände vor dem Abrutschen durch Steinschlag oder Murenabgängen gesichert wird. Auch Wildbach- und Lawinenverbauungen zählen zu den Hangbefestigungen. Wenn es in Ihrem Garten Höhenunterschiede gibt, haben Sie unter Umständen Bedarf für eine Hangbefestigung. Für welche Methode Sie sich entscheiden, hängt einerseits davon ab, wie viel Hang abgestützt werden muss, andererseits von Ihren Vorlieben. Beispiele für gängige Methoden sind Gabionen, Trockenmauern oder Pflanzsteine, die wir Ihnen in weiterer Folge noch genauer vorstellen werden.

Wann braucht man eine Hangbefestigung?

So charmant eine Hanglage auch optisch sein mag, das Grundstück optimal zu nutzen, wird mitunter schwierig. Um ebene Flächen zu schaffen, entstehen Böschungen, die es zu sichern gilt. Die Belastung auf die Hangbefestigung ist enorm, Erddruck und Niederschläge wirken darauf ein, außerdem spült Regenwasser den Boden aus. Ein Hangrutsch kann die Folge sein, diesen gilt es so weit als möglich zu verhindern.

Größere Niveauunterschiede werden in der Praxis mit einer Schwergewichtsmauer ausgeglichen, die entweder betoniert oder gemauert wird. Sogar Trockenmauern oder Gabionen eignen sich als Schwergewichtsmauer! Das Fundament einer solchen Stützmauer muss allerdings frostsicher sein.

Hangbefestigung durch Gabionen

Hangbefestigung mit Gabionen:

Gabionen, also mit Steinen befüllte Drahtkörbe, erleben derzeit als Gestaltungselemente einen wahren Boom. Durch ihr Gewicht eignen sie sich allerdings auch perfekt zur dauerhaften Hangbefestigung. Auch wir haben den Gabionen bereits einen Artikel gewidmet, nämlich hier: http://so-muss-das.steda-online.de/gabionensteine/.

Wenn Sie mit Gabionen einen Hang befestigen wollen, muss der Drahtkorb natürlich auch dementsprechend groß ausfallen. Selbstverständlich lassen sich auch mehrere Körbe übereinander stapeln, wobei man auch hier an die Dossierung, die Neigung zum Hang, denken muss. Auch für Gabionen ist ein Fundament nötig, wenn die Mauer nicht hoch werden muss, reicht eine Schotterschicht statt einem Betonfundament.

Die Drahtkörbe, die mit Flusskiesel bzw. Steinbruchstücke gefüllt werden, halten bis zu 20 Jahre und länger.

Hangbefestigung mit Trockenmauern aus Natursteinen:

Für kleinere Böschungen bis zu einem Meter Höhe eigen sich Trockenmauern zur Hangsicherung optimal. Viel Wissenswertes über Trocken- bzw. Natursteinmauern erfahren Sie in unserem Artikel hier: http://so-muss-das.steda-online.de/natursteinmauer/.

Kurz zusammengefasst handelt werden bei dieser Art Mauer die Steine „trocken“, also ohne Mörtel, übereinander geschichtet. Die Fugen können mit Erde gefüllt und bepflanzt werden, eine Trockenmauer fügt sich idyllisch und ursprünglich in das Grundstück ein.

Wenn die Trockenmauer höher als 1,20 m werden soll, dann sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden, ab 2 Meter Höhe ist ein Sicherheitsnachweis eines Statikers auch zwingend vorgeschrieben.

Für den Bau gilt immer die Grundregel, dass die Fußbreite der Trockenmauer mindestens ein Drittel ihrer Höhe betragen muss. Außerdem muss sie sich in Richtung des abzustützenden Hanges neigen (die sogenannte Dossierung, die bei 10 bis 155 Prozent liegen soll).

Hangbefestigung mit Pflanzringen:

Pflanzringe aus Beton sind eine einfache und günstige Lösung für die Hangbefestigung. Die Steine, bzw. Ringe sind in verschiedenen Farben und Formen erhältlich. Ein Nachteil ist allerdings das große Eigengewicht der Pflanzringe, wenn ein ganzer Hang damit befestigt werden soll, kann das Unternehmen schon ein wenig dauern.

Auf ein Fundament darf trotzdem nicht verzichtet werden, üblicherweise folgt auf eine Schicht Kies als Frostschutz eine Betonschicht. Dort sollten allerdings Öffnungen zur Drainage eingeplant werden, damit sich das Wasser nicht staut.

Pflanzringe sind meistens um die 40 cm hoch, und wenn man mehrere Reihen aufeinander stapelt, sollten die untersten Steine etwa zur Hälfte in der Erde (auf dem Fundament) stehen. Die Steine, bzw. Pflanzringe werden mit Erde befüllt, und die Lücke zum Hang mit Schotter bzw. Kies ausgefüllt für eine bessere Stabilität. Wichtig ist, dass ausreichend Möglichkeiten vorhanden sind, dass die Staunässe abfließen kann (Löcher in den Pflanzringen, bzw. im Fundament).

Hangbefestigung mit Bodendeckern:

Wenn der Hang nicht allzu steil ist, können Sie anstelle von Terrassierung und Abstützen auch eine Hangbefestigung mit Bodendeckern andenken. Das stark verzweigte Wurzelwerk hält lockeren Boden beisammen, und schützt den Hang vor Erosion. Möglich sind auch vorkultivierte bodenbedeckende Pflanzen auf Kokosmatten, die wie ein Rollrasen ausgebreitet werden können. Schnell werden sie den über die gesamte Bodenfläche wuchern. Besonders geeignet für die Hangbefestigung sind Efeu, Purpurbeere oder großblättriges Immergrün. Als Hangsträucher eignen sich auch Zierquitte, Sommerflieder, Liguster oder Zwergmispeln. Sehr tief wurzelt beispielsweise der Besenginster.

Bis die Pflanzen richtig verwachsen sind, sollten Sie den Boden mit Mulch abdecken, damit er vor Austrocknung und Unkrautbesiedelung geschützt ist.

Hangbefestigung mit Beton:

In diesem Zusammenhang sind meist Palisaden oder L-Steine aus Beton gemeint. Da Betonpalisaden zwischen 40 und 60 cm hoch sind, eignen sie sich eher für niedrigere Hänge. Ein Fundament aus Schotter und erdfeuchtem Beton muss vorbereitet werden, zwischen Hang und Palisaden kommt ebenfalls eine Schicht Schotter. Wenn es weniger kostengünstig und dafür edler sein soll, können Sie auch Palisaden aus Granit oder Natursteinen wählen.

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