Hochbeet im Garten – so muss das!

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Hochbeet aus Holz im Garten
© Shutterstock - Alison Hancock

Vom Ökosystem Hochbeet haben Sie bestimmt schon gehört. Falls Sie sich fragen, was an der erhöhten Anbaufläche so besonders sein soll, oder Sie schon am Überlegen sind, wo und wie Sie ein solches Beet in Ihrem Garten integrieren, sind Sie hier genau richtig.

Ein Hochbeet bedeutet mitnichten, ein Flachbeet einfach mit Gartenerde anzuhäufen, bis es hoch genug ist. Es funktioniert mit dem Prinzip der Kompostierung, was zu einem besonders guten Wachstum der Pflanzen führt. Die Verrottung von Grünschnitt etc. führt nämlich zu Wärme und neuen Nährstoffen, was das Saatgut auch schneller keimen lässt. Der beste Zeitpunkt für den Hochbeetbau ist übrigens der Herbst, da hier jede Menge kompostierbares Material anfällt.

Mit einer Abdeckung können Sie sich die Wärmeentwicklung besonders gut zunutze machen, und Hochbeete im Frühjahr einfach zu Frühbeeten umfunktionieren. Durch die Abdeckung wirkt das Hochbeet wie ein kleines Gewächshaus, in dem die Pflanzen vor allen Witterungseinflüssen geschützt sind. Mit ein wenig Glück ernten Sie sogar Feldsalat in den Wintermonaten!

Ein weiteres, riesiges Plus für Hochbeete ist die Vielfalt, in der sie errichtet werden können: Selbstgebaut (dazu finden Sie in der Folge noch mehr Infos), als fertiger Bausatz aus dem Gartenfachhandel, als Designelemente mit Gabionen (Drahtkörbe, mit Steinen befüllt) eingefasst, als Kräuterspirale, rund, oder eckig… Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt!

Hochbeet aus Holz

Vorteile eines Hochbeets:

Sie haben keinen (geeigneten Garten):

Die Gründe für das Anlegen eines Hochbeets sind vielfältig. Lust auf einen Gemüsegarten haben nämlich viele Hobbygärtner, aber nicht jeder hat das Glück, einen Garten sein Eigen zu nennen. Die optimale Alternative ist hier das Hochbeet, das auch auf engem Raum den Anbau von Gemüse oder Kräutern ermöglicht. Hochbeete finden sogar auf der Terrasse oder auf dem Balkon Platz! Beachten Sie allerdings, wenn Ihr Hochbeet auf einem anderen Untergrund steht als Erde, dass Drainagelöcher vorhanden sind, damit überschüssiges Wasser kontrolliert abließen kann. Auch wenn sich Ihr Garten aufgrund von steinigem oder sandigem Boden nicht für den Anbau eignet, ist ein Hochbeet die ideale Möglichkeit, um doch noch an eigene Ernte zu gelangen.

Kinder möchten sich als Gärtner betätigen:

Sie haben kleine Kinder, die überwiegend der Meinung sind, Gemüse ist „bäh“? Werden Kinder in den Gemüseanbau miteinbezogen, ändern sie oft rasch ihre Meinung. Etwas, was man selbst eingesät und gegossen hat, kann doch fast nur gut schmecken… Natürlich muss man beim Hochbeetbau für Kinder eine angepasste Arbeitshöhe bedenken, empfohlen werden zwischen 45 und 60 cm. Die Breite sollte ebenfalls dahingehend gewählt werden, dass ein Kinderarm problemlos das Beet bearbeiten und auch ernten kann. Damit Kinder die Freude am Gärtnern erhalten bleibt, sind rasche Erfolgserlebnisse wichtig, deshalb sollten rasch wachsende und pflegeleichte Pflanzen angebaut werden. Zucchini oder Kürbis eignen sich beispielsweise großartig, ebenso wie Erdbeeren. Etwas ältere Kinder können auch durchaus schon die Pflege von Tomatenstauden übernehmen. Ein Hochbeet passt auch wunderbar in den Garten von Schulen oder Kindergärten, damit Kinder den Bezug zur Natur herstellen können, Nahrungsmittel mehr geschätzt werden und Ernährungsgewohnheiten verbessert werden.

Freude im Garten trotz Alter oder Krankheit:

Sie haben immer gerne Gartenarbeit verrichtet, aber Rückenbeschwerden lassen dies nicht mehr zu? Deswegen brauchen Sie nicht auf Obst und Gemüse aus eigenem Anbau verzichten, und auch keinen Gärtner einzustellen. Die optimale Lösung ist ein Hochbeet, welches ein angenehmes, rückenschonendes Arbeiten ohne Bücken und Knien ermöglicht. Auch für Gartenfreunde im Rollstuhl ist ein Hochbeet bestens geeignet, um dem geliebten Hobby weiterhin nachgehen zu können.

Welche Materialien eignen sich für den Hochbeetbau?

Bevor Sie mit dem Hochbeetbau loslegen, sind noch ein paar Überlegungen zu tätigen: Beispielsweise sollten Sie die Größe vorher festlegen, die sich nach dem Platzangebot richtet. Empfohlen werden als Masse für ein Hochbeet eine Länge von 2 m, eine Breite von rund 80 cm, und eine Arbeitshöhe von 80 cm bis zu 1 m. Man sollte von beiden Seiten bequem mit dem Arm zur Mitte langen können, um das Beet ohne Verrenkungen bearbeiten zu können. Für die Höhe gilt: Erreicht die Oberkante Beckenhöhe, ist es genau richtig.

Nun geht es an die Materialauswahl. Grundsätzlich möglich ist sehr vieles, von Stein über Holz zu Metall und Kunststoff. Am beliebtesten bei Hobbygärtnern sind definitiv Hochbeete aus Lärchenholz. Dies hat den simplen Grund, dass man es auch unbehandelt der Witterung aussetzen kann. Wenn Sie sich für Stein entscheiden, sorgen auch Steingartengewächse zwischen den Steinen für eine tolle Optik. Sandstein und Schiefer sind hier gern gewählte Materialien, da sie witterungsbeständig und wärmeisolierend sind. Metall ist zwar grundsätzlich möglich, aber weniger empfehlenswert. Genauso, wie es in den wärmeren Monaten als guter Wärmeleiter fungiert, leitet es in den kalten Monaten die Kälte, was zu einer Verzögerung des Verrottungsprozesses führt.

Wo ist der beste Platz für das Hochbeet?

Wenn möglich, so ist es am besten, das Hochbeet in Nord-Süd-Richtung anzulegen für optimale Lichtbedingungen. Außerdem sollten Bäume und hohe Sträucher keinen Schatten darauf werfen.

Die Befüllung eines Hochbeets:

Die Grundlage sollten grobe Äste und Heckenschnitt bilden. Darauf schichten Sie die Erde, die Sie für die Drainage ausgehoben haben. Darauf können Sie verschiedene Grünabfälle häufen, verwelkte Blumen, Laub, Gras, welches Sie wieder mit Blumenerde bedecken. Die letzte Schicht sollte Blumenerde sein, und ein paar Zentimeter Platz zum oberen Rand sollten auch noch vorhanden sein.

Durch den Verrottungsvorgang sackt die Befüllung über die Zeit ab, Erde muss manchmal wieder nachgefüllt werden. Wenn Sie Ihr Hochbeet bepflanzen, raten wir zur Mischkultur. Die höchsten Pflanzen sollten in die Beetmitte, danach mittelhohe, die niedrigen Pflanzen wie Salat oder Radieschen säumen den Rand.

Freuen Sie sich auf bis zu 3 Mal höheren Ertrag als in einem herkömmlichen Flachbeet, wir wünschen viel Spaß bei der Ernte!

Kleine Anleitung für den Hochbeetbau:

Gehen wir jetzt von einem Hochbeet aus Holz aus, so benötigen Sie 3 bis 4 cm starke Bretter aus Lärche, Eiche oder Douglasie. Für die Eckpfosten benötigen Sie Vierkant-Holzpfosten mit den Maßen 7 x 7 cm. Bei sehr langen Hochbeeten müssen im Meterabstand weitere Pfosten eingezogen werden, damit die Erde die Seitenwände nicht nach außen drückt. Außerdem brauchen Sie noch eine Rolle engmaschigen Draht, Teichfolie, Edelstahlschrauben und Sand oder Kies für die Drainage.

Als nächstes stecken Sie mit einer Richtschnur und 4 Hölzchen die genauen Maße ab. Anschließend werden innerhalb der Absteckung rund 20 cm Boden ausgehoben (die Erde brauchen Sie später wieder!). Die entstandene Grube füllen Sie mit Sand bzw. Kies zur Drainage wieder auf. Die einzelnen Bretter werden anschließend mit einem Akkuschrauber an den Vierkantpfosten verschraubt.

Jetzt kommt der feinmaschige Draht zum Einsatz, er wird am Boden ausgebreitet als Wühlmaus- bzw. Maulwurfschutz. Die Teichfolie brauchen Sie als Feuchtigkeitsschutz für die Seitenwände. Als chemiefreien, notwendigen Schneckenschutz empfehlen wir, ein 2 cm breites Kupferband eine Handbreit vom oberen Rand entfernt rund um das Beet zu kleben.

Und nun ist Ihr Hochbeet bereit für die Befüllung!

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