Welches Holz eignet sich am besten für ein Carport?

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© OPgrapher - shutterstock.com

Es gibt zahlreiche Hölzer, wie Laubhölzer, Tropenhölzer und Nadelhölzer, die für verschiedenste Objekte im Außenbereich verwendet werden. Auch für Carports ist Holz ein sehr beliebter, weit verbreiteter und vor allem sehr geeigneter Werkstoff.

Das wertvolle Naturmaterial harmoniert ausgezeichnet mit nahezu jeder Umgebung rund um einen Carport, wirkt attraktiv und besitzt spezielle Materialeigenschaften, die den Anforderungen der Konstruktion, Nutzung und den Umwelteinflüssen im Freien gewachsen sind.

Doch Achtung! Holz ist nicht gleich Holz! Wer einen sicheren, standfesten und langlebigen überdachten Stellplatz für seine Fahrzeuge möchte, sollte ein Material wählen, das den speziellen Ansprüchen entspricht. Es gibt bestimmte Arten und auch Formen, die durch ihre Beschaffenheit für einen Carport bestens geeignet sind.

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Welche Anforderungen muss das Material erfüllen?

Eine offene Garage stellt aufgrund seiner Position im Außenbereich sowie seiner konstruktiven und statischen Beschaffenheit bestimmte Ansprüche, die das Material aus dem der überdachte Stellplatz besteht optimal erfüllen sollte. Zunächst muss der Werkstoff dauerhaft das schwere Gewicht eines Carports samt Dach sicher halten. Dementsprechend muss das Material eine hohe Tragfähigkeit, Bruchfestigkeit und Formstabilität aufweisen. Im Außenbereich ist ein Carport einem hohen Winddruck, dem Regen, Feuchtigkeit, Hagel, der Schneelast sowie Sonne, Hitze, Kälte und Frost ausgesetzt. Um diesen klimatischen Einflüssen standzuhalten, sollte das Material für den Carport eine entsprechende Widerstandsfähigkeit, Witterungsbeständigkeit, Festigkeit, Elastizität und Zähigkeit besitzen. Auch gegen den möglichen Befall von Insekten und Pilzen sollte das Material resistent oder gut zu präparieren sein.

Unter allen Arten haben sich vor allem Nadelhölzer bewährt, da diese die erforderlichen Anforderungen erfüllen. Nadelhölzer sind aufgrund ihrer längs verlaufenden Tracheiden, die in Doppelfunktion für die Festigung und Wasserleitung verantwortlich sind, vorteilhafter als Laubholz. Des Weiteren sind sie aufgrund ihres Harzgehalts resistenter gegen Witterungseinflüsse und Pilzbefall sowie korrosionsbeständiger gegen Chemikalien als andere Typen. Nadelholz weist eine geringe Schwindung auf, weswegen es eine hohe Formstabilität beweist. Die zudem leichte Be- und Verarbeitungsfähigkeit macht Nadelholz zu einem vorteilhaften Bauholz und Schnittholz.

Für den Bau von Carports hat sich besonders das Fichten-, Kiefern-, Lärchenholz und die nordamerikanische Douglasie bewährt. Bevorzugt aus den nördlichen Regionen der Erde sowie aus den heimischen Landen stammend, besitzen diese vier Arten besonders geeignete Eigenschaften.

Die Fichte bietet ein mittelschweres und weiches Material, das eine hohe Elastizität und Festigkeit besitzt. Da es beim Trocknen fast keine Schwindung aufweist, neigt es auch nicht zum Reißen oder zu Verdrehungen, ist formstabil und lässt sich sehr gut verarbeiten. Allerdings muss unbehandeltes Fichtenholz mit einer entsprechend guten Imprägnierung präpariert werden, da es roh nicht sehr witterungsbeständig und anfällig für Pilze wie Bläue sowie Insektenbefall ist. Dieser Gehölztyp gehört zu den sehr preisgünstigen Varianten.

Das Kiefernholz verfügt über eine mittlere Rohdichte und stellt sich als ein mittelschweres sowie mäßig hartes Material dar. Das Material weist eine hohe Elastizität, Festigkeit, Zähigkeit, Bruchschlagfestigkeit, nach der Trocknung ein hohes Stehvermögen sowie eine mäßige Schwindung auf und neigt nicht zum Reißen. Vom Rand (Splintholzzone) bis zum Kern zeigt die Kiefer sehr unterschiedliche Merkmale, Maserungen und Farben. Der Kern besitzt eine gute natürliche Dauerhaftigkeit. Dort ist das Kiefernholz sehr dicht und ebenmäßig. Fressschädlinge meiden ihn deshalb. Es lässt sich für einen Carport sehr gut verarbeiten und mit Schutzlasuren leicht imprägnieren, anstreichen und lackieren.

Die Lärche stellt ein beeindruckend zähes, hoch elastisches, sehr festes und leicht rötliches Material zur Verfügung. Das Lärchenholz zählt zu den schwersten und härtesten Hölzern Eruopas. Dieses Holz verfügt über eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit, ein geringes Schwindungs- und Quellverhalten und einen hohen Harzgehalt. Gegen Feuchtigkeit, Witterung, Alkalien und Säuren zeigt es eine hohe Beständigkeit auf. Lärchenholz ist mit einem Holzschutz nur sehr schwer behandelbar, allerdings bedarf es aufgrund seiner vorteilhaften Eigenschaften auch kaum einer Präparierung. Das Lärchenholz gehört zu den bevorzugten Werkstoffen für freistehende Garagen, ist jedoch auch relativ teuer.

Die Douglasie präsentiert ein sehr festes, hartes, haltbares, stabiles und witterungsbeständiges rötliches Nutzholz, das trotzdem dynamische Eigenschaften besitzt. Es zeichnet sich besonders durch seine starke Resistenz gegen Insekten, Schädlinge und Pilzbefall aus. Die Douglasie wächst sehr schnell und ist in Nordamerika beheimatet, jedoch mittlerweile auch im europäischen Raum vorzufinden. Es lässt sich leicht imprägnieren und sehr gut verarbeiten. Aufgrund seiner Robustheit bedarf es jedoch keiner chemischen Behandlung. Zur Veredelung der Struktur wird Douglasien-Öl, pigmentierte Lasuren oder auch atmungsaktive Farbe empfohlen. Das Douglasienholz gehört ebenso wie die Lärche zu den teureren Materialien.

Das Material für einen Carport wird aufgrund der statischen Erfordernisse in Form von Brettschichtholz (Leimholz) oder als Vollholz verwendet.

Das Leimholz besteht aus mehreren in gleicher Faserrichtung verleimten Brettern aus Massivholz, die in mindesten drei Schichten zusammengefügt werden. Diese Methode birgt für den Bau eines Carports sehr vorteilhafte statische Eigenschaften. Das Brettschichtholz neigt nicht zur Rissbildung und ist besonders für Carports in sehr regenreichen Regionen und in Gebieten mit abrupt wechselndem Wetter geeignet. Es besitzt eine gute Tragfähigkeit und Verwindungssteifigkeit, weswegen sich Leimholz auch sehr gut für die tragenden Balken und Pfosten eines Carports eignet. Zu den Eigenschaften gehört auch, dass es formbar ist, wodurch sich der Werkstoff auch zu einer gebogenen Form wie beispielsweise ein Leimholzbogen gestalten lässt.

Das Vollholz wird in einem Stück aus dem Baumstamm gewonnen und tritt häufig als Kantenholz (Schnittholz) oder Rundholz auf. Diese Form wird im Gegensatz zu Brettschichtholz nicht mechanisch oder chemisch verändert. Das Vollholz, insbesondere Baurundholz und Konstruktionsvollholz, wird je nach Stärke und Tragfähigkeit auch häufig für die Pfosten, Tragbalken oder Stütze einer freistehenden Garage verwendet. Das Konstruktionsvollholz ist ideal geeignet für Carport Konstruktionen mit höherer Beanspruchung und verfügt über eine hohe Standfestigkeit und Verzugssicherheit. Ein hochwertiges und geeignetes Material ist ein kerngetrenntes Vollholz, da es eine Rissbildung vermeidet. Es wird aus dem Kern geschnitten, ist der älteste sowie dichteste Teil des Baumes und weist eine sehr gute Wärmedämmung auf. Je enger die Altersringe liegen, desto stabiler und dichter sind die Blockbohlen. Jedoch darf das Vollholz, welches aus dem Kern stammt, nicht für tragende Elemente verwendet werden, da es instabiler ist als hochwertiges Leimholz.

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