Holzwürmer – Was tun gegen den Holzwurm im Gartenhaus?

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© Shutterstock - Bogdan Mihaescu
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„Holzwürmer“ werden umgangssprachlich die Larven von Holzschädlingen genannt, welche sich durch Holz und Bretter fressen, und dort für großen Schaden sorgen. Vor allem, wenn der Befall für längere Zeit unbemerkt bleibt, können Hausbock, Splintholzkäfer und gemeiner Nagekäfer ganze Dachstühle, Deckenkonstruktionen oder Treppen aus Holz zerstören. Wenn tragende Balken betroffen sind, kann sogar Einsturzgefahr bestehen! Ebenfalls machen Holzwürmer auch nicht Halt vor wertvollen Antiquitäten, Kunstgegenständen oder Kircheninterieur. Sobald Sie also vermuten, dass Holzwürmer am Werk sind, ist schnelles Handeln angesagt!

Woran erkennt man Holzwurmbefall?

Meistens wird man auf die Schädlinge durch Bohrlöcher mit 1-2 mm Durchmesser aufmerksam, aus denen Bohrmehl quillt. Dann sind die Larven noch tätig, und fressen sich gerade durch das Frühholz. Darunter versteht man die hellen Bereiche in den Jahresringen, die sich in den Frühlingsmonaten bilden. Manchmal sind sogar Fraßgeräusche zu hören. Bei ungünstigen Umgebungsbedingen kann es jedoch sein, dass die Larven eine Fresspause einlegen, dann wird auch kein Holzmehl ausgeworfen, und der Befall ist schwer zu erkennen.

Auch der Holzwurm hat seine bevorzugten Futterquellen, dazu gehören Keller, Dachböden, Gartenhäuser oder leerstehende Gebäude. In Wohnräumen, wo geheizt wird, ist es dem Schädling meistens zu trocken, er wünscht sich eine Mindestholzfeuchtigkeit von mindestens 10 %. Nistet sich der Holzwurm trotzdem in der Wohnung ein, ist das Holz zu feucht (beispielsweise durch häufiges Bodenwischen mit viel Wasser).

Fühlt sich der Holzwurm an seinem Platz wohl, legt er dort auch seine Eier ab, aus denen neue Larven schlüpfen. Deren Entwicklung zum Käfer dauert verhältnismäßig lange, je nach Umgebungsbedingungen 1 bis 4 Jahre. Bei ungünstigen Bedingungen für die Larven kann es auch noch länger dauern.

Deshalb ist es bei einem Befall durch Holzwürmer unabdinglich, die Larven vollständig zu bekämpfen, sonst haben Sie einige Jahre später wieder dasselbe Problem.

Holzwurmbefall

Wie sieht der Holzwurm aus?

Schon Sun Tzu wusste in seinem Werk über die Kriegskunst zu berichten: „Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten“. Wenn Sie also dem Holzwurm den Krieg erklären, sollten Sie wissen, wie er aussieht. Im Internet findet man jede Menge Abbildungen von Holzwürmern in verschiedenen Stadien. Der ausgewachsene Käfer ist 2,5 bis 5 mm lang, dunkelbraun, sein Kopf ist unter dem Halsschild verborgen. Bei den Larven ist das herausragende Merkmal ihre starken Kieferzangen, mit denen sie sich durch das Holz bohren und fressen.

Das Gelege eines Weibchens umfasst 20 bis 30 Eier, die sich nach rund 3 Wochen zu Larven entwickeln. Diese benötigen wiederum mehrere Jahre, bis sie ausgewachsen sind.

Welches Holz schmeckt besonders?

Die Lieblingsspeise von Holzwürmern ist Splintholz, darunter versteht man das helle, junge Holz direkt hinter der Rinde. Das dunklere Kernholz ist wenig interessant. Von Holzwurmbefall betroffen ist praktisch nur totes, bzw. verbautes Holz. Wenn Holzwürmer ein passendes Stück Holz gefunden haben, bearbeiten sie es über Jahre hinweg (sofern man sie dabei nicht stört), bis es praktisch aufgelöst ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Jahrhunderte alten Kirchenstuhl handelt, oder das Dach des Gartenhauses von letztem Jahr.

Wie bekämpft man die Plagegeister?

Hitze:

Den Umstand, dass Holwürmer größtenteils aus Eiweiß bestehen, und selbiges bei Hitze gerinnt, können Sie sich bei der Holzwurmbekämpfung die Hitze zunutze machen. Allerdings ist dazu eine Temperatur ab 55 °C notwendig. Wenn es sich um ein kleines, transportables Stück Holz handelt, können Sie es im Backofen oder in der Mikrowelle auf die benötigte Temperatur erwärmen. Falls Sie eine Sauna Ihr Eigen nennen, funktioniert es dort auch prima mit größeren Teilen. Da sich das Gartenhaus allerdings schlecht in die Sauna verfrachten lässt, kann man sich hier anders behelfen: Wenn Sie das befallene Holz mit einer schwarzen, luftdichten Plane abdecken, erreicht es bei Sonneneinstrahlung ebenfalls die benötigte Temperatur, damit die Holzwurmlarven getötet werden.

Chemie:

Im Baumarkt gibt es verschiedenste Chemikalien zur Holzwurmbekämpfung, schnell wirkende und Nervengifte und langsam wirkende Fraßgifte. Allerdings sind diese Mittel für den Menschen ebenfalls schädlich, und sollten nur bei extremem Befall eingesetzt werden. Das Verfahren ist ziemlich aufwändig, denn die Mittel müssen in jeden einzelnen Fraßgang eingebracht werden.

Es besteht auch die Möglichkeit, befallenes Holz zu begasen, dies sollte aber nur von einem professionellen Schädlingsbekämpfer durchgeführt werden.

Alkohol:

Die Behandlung mit Isopropanol ist in dem meisten Fällen sehr effektiv. Dieses Erdöldestillat besteht zu 99,9 % aus Alkohol ist geruchlos und ungiftig (solange Sie es nicht trinken…). Das Holz sollte nun mit dem Alkohol bestrichen oder angesprüht, und anschließend sofort mit einer Folie umwickelt werden. Der Alkohol darf nicht verdunsten, da die Holzwürmer durch die entstehenden Dämpfe sterben. Ein bis 3 Tage sollte das Holz ruhen, bis sichergestellt ist, dass Larven und Käfer abgestorben sind. Diese Methode ist für großflächigen Befall nicht die erste Wahl.

Hausmittel:

Ein einfaches, aber effektives Mittel gegen Holzwurmbefall ist das Auslegen von Eicheln. Die Larven verlassen das Holz, um die Eicheln zu befallen. Wenn die Schale ein Loch aufweist, muss die Eichel ausgetauscht werden. Allerdings braucht es einige Wochen Geduld, bis alle Schädlinge eliminiert sind.

Oft wird in Ratgebern auch die Anwendung von Salmiakgeist, Terpentin, Borsalz, Zitrone oder Essig beschrieben, die allerdings nur bedingt erfolgsversprechend ist. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die Holzoberfläche nicht angegriffen wird.

Ist Ihr Gartenhaus großflächig von Holzwurmbefall betroffen, sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen. Es gilt abzuwägen, ob sich die Schädlingsbekämpfung lohnt, oder ob schlimmstenfalls das Gartenhaus abgerissen und ersetzt werden muss. Auch wenn wir Ihnen diesen Fall nicht wünschen, freuen wir uns dennoch über Ihren Besuch im steda Online-Shop, und sind Ihnen gerne bei der Auswahl eines neuen Gartenhauses behilflich.

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