Hinweise für die Markisenmontage an der Wand

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Die Montage von Markisen ist ein heikles Unterfangen und muss sehr sorgfältig durchgeführt werden. Der Sonnenschutz verfügt über hohe Gewichte, eine hohe Traglast und muss stark wirkenden Kräften, wie unter anderem hohem Winddruck standhalten, ohne den Untergrund zu beschädigen oder aus ihm auszubrechen. Soll er an der Wand eines Gebäudes befestigt werden, müssen elementare Aspekte von vornherein berücksichtigt werden. Die Anbringung an der Wand sollte am besten von einem professionellen Fachbetrieb durchgeführt werden. Wer die Befestigung dennoch selbst vornehmen möchte, sollte vor allem auf den Untergrund der Wand achten, denn dieser entscheidet über die Art der Wandmontage und das geeignete Befestigungsmaterial.

Die Art des Untergrunds bestimmt die Art der Befestigung

Markisen werden im ausgefahrenen Zustand mit beträchtlichen Hebelkräften konfrontiert und auch das hohe Eigengewicht der Konstruktion erfordert eine entsprechende Tragfähigkeit. Damit die Wand, an der sie angebracht werden soll, dem standhält und sie, wie eine Kassettenmarkise sicher hält, ist es unerlässlich den Aufbau und Zustand der Wand genau zu prüfen. Die Wand bildet den Untergrund, doch sind Hauswände nicht alle gleich aufgebaut oder bestehen aus dem gleichen Baumaterial. Es spielt eine wesentliche Rolle, welcher Art der Untergrund ist. Es gibt Wände, die aus Beton, Vollziegel, Lochziegel, Bimsstein, Kalksandvollstein, Kalksandlochstein, Hohllochziegel, Hohlblockstein aus Leichtbeton oder Porenbeton (Gasbeton) bestehen sowie mit einem Verblendmauerwerk wie Klinker oder Wärmedämmverbundsystemen ausgestattet sind. Es ist zunächst zu prüfen, ob es sich um einen druckfesten Untergrund oder einen nicht druckfesten Untergrund handelt, da dies über die Art der Anbringung entscheidet.

Bei einem druckfesten Untergrund, wie Vollsteinziegel oder Beton, wird die Konsole direkt auf die glatte Wand geschraubt. Dabei muss die Konsole mit der Rückseite an der gesamten Fläche aufliegen. Kann eine Wand das Gewicht nicht tragen, wie bei älterem Ziegelmauerwerk oder Hohlblocksteinen aus Porenbeton, müssen bei der Befestigung entsprechend mehr Konsolen, beziehungsweise Metallkonstruktionen, verwendet werden, um die Verankerungsstabilität sicherzustellen und die Belastung abzufangen. Zu berücksichtigen sind beim Untergrund die erforderlichen Rand- und Achsabstände. Reicht beispielsweise die Dicke einer Betondecke für diese Abstände nicht aus, wird beispielsweise eine Verankerung in den Beton gesetzt und eine andere in das darunter befindliche Mauerwerk.

Ein nicht druckfester Untergrund wie Verblendmauerwerk, Putz oder eine Wärmedämmung kann die Markise allein nicht tragen, weswegen ein Zwischenmedium wie Distanzhülsen oder Gewindestangen integriert werden muss, damit die Lasten auf den Untergrund übertragen werden können. Je geringer der Widerstand vom Untergrund ist, beziehungsweise je geringer der Halt oder die Druckfestigkeit ist, desto mehr Konsolen müssen gesetzt werden und desto besser müssen diese abgestützt und entsprechend befestigt werden.

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Anbringung an der Wand durch Schwerlastbefestigung

Aufhängungen verfügen über schwere Gewichte, die je nach Modellart zwischen 40kg und 80kg liegen. Damit das Eigengewicht sowie die wirkenden Kräfte getragen werden können, bedarf es einer speziellen Schwerlastbefestigung. Dafür werden, je nach Fundament, in der Regel spezielle rostfreie Dübel wie Edelstahldübel, Gewindestangen, verschiedene Anker, spezielle Ankerhülsen, Verbundmörtel oder Injektionsmörtel verwendet. Auf keinen Fall dürfen bei der Anbringung an der Wand Allzweckdübel aus galvanisch verzinktem Stahl oder Kunststoff eingesetzt werden!

So werden beispielsweise auf den Untergrund aus Beton Schwerlastdübel oder die Gewindestangen M12 in Verbindung mit Verbundmörtel eingesetzt. Besteht die Wand aus relativ schwer haltbarem Porenbeton, werden die Gewindestangen M12 in den Verbundmörtel der konisch gebohrten Bohrlöcher eingeklebt. Trifft man in der Bohrung auf Hohlräume in der Wand, werden diese mit Siebhülsendübeln und speziellem Klebstoff verpfropft. Bei zweischaligem Mauerwerk werden bei der Anbringung robuste Ankerstangen verwendet, die in Ankerhülsen eingesetzt werden und mit Verbundmörtel verfüllt sind und in die Wand eingelassen werden. So können die Abstände zum tragenden Untergrund überbrückt werden.

Für nahezu jede Art gibt es spezielle Schwerlastbefestigungen, die oft im Set mit allen notwendigen Bestandteilen angeboten werden. Es gilt bei der Montage genau darauf zu achten, aus welchem Baumaterial beziehungsweise welchen Mauerwerkssteinen die Wand besteht!

Befestigung auf ein Wärmedämmverbundsystem

Ist eine Hauswand beziehungsweise Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet, bedarf es eines speziellen Befestigungssystems für die Befestigung. Zwischen der Konsole und dem Mauerwerk darf aufgrund der Kältebrücke keine metallische Verbindung eingesetzt werden. Die nicht tragfähige Dämmschicht muss überbrückt werden. Um Wärmebrücken zu unterbrechen, wird ein thermisches Trennelement eingesetzt. Neben Befestigungsmitteln wie speziellen Dübeln, Anker, Ankerhülsen und Injektionsmörtel wird ein glasfaserverstärkter Kunststoffkonus als Abstandshalter benötigt.

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