Aus welchem Material ist das Stofftuch bei Markisen?

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Mit der Komplexität moderner Markisensysteme, den verschiedenen Einsatzbereichen, dem vielfältigen sowie anspruchsvollen Nutzungsbedarf und verändernden Umweltbedingungen, werden heute andere Ansprüche an Stoffe gestellt als in der Vergangenheit. Das Stofftuch bei Markisen besteht heute aus einem Material, das gezielt bestimmte Eigenschaften aufweisen muss. Sie müssen heutzutage nicht nur für verschiedene dekorative Ansprüche geeignet sein, sondern vorrangig einen bestimmten funktionellen Charakter besitzen. Für die Stofftücher werden unterschiedliche Werkstoffe entwickelt und verwendet, die bestimmte Funktionen erfüllen sowie speziellen Nutzungsmöglichkeiten gerecht werden.

Moderne Materie & sicherer Sonnenschutz

Das Tuch muss heute Ansprüchen wie Stabilität und Langlebigkeit, eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber verschiedenen Wetterverhältnissen, UV-Strahlenschutztechnische Kompatibilität mit den modernen Hightech-Markisensystemen, Lichtechtheit und höchstmögliche Pflegeleichtigkeit gerecht werden. Stoffe sollten also nach Möglichkeit vor allem lichtecht, reißfest, langlebig, farbbeständig, wasserdicht, wetterfest, sicher vor ultravioletter Strahlung, hitzebeständig, schwer entflammbar und Schmutz abweisend sein. Dementsprechend werden Tücher vorwiegend aus Kunststoffen wie Acryl, Polyester und PVC hergestellt. Diese Materialien sind mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgestattet, jedoch in ihrer Beschaffenheit mittlerweile vielfach weiterentwickelt und auf spezielle Weise verarbeitet, sodass sie in vielen Fällen Hightech-Gewebe darstellen. Wichtig ist, dass es bei Bauwerken den Anforderungen der Öko-Tex Standards 100 entspricht!

Es gibt vereinzelt auch Stoffe aus klassischen und natürlichen Produkten wie BaumwolleLeinen oder Stoffgemische wie Baumwolle mit Polyesterfasern, die auch wie das Segeltuch als Schatten spendender Sonnenschutz, SichtschutzWindschutz und Schlechtwetterschutz dienen. Allerdings bleichen diese Stoffe sehr leicht aus, sind den starken Beanspruchungen einer Anlage langfristig oft nicht gewachsen und nicht so belastbar wie Kunststoffe. Imprägniertes Baumwollgewebe kann bei der Pflege die Imprägnierung und Stabilität verlieren.

Der Stoff aus dem Werkstoff Acryl wird aus der chemisch entwickelten Polyacrylfaser hergestellt, die zu einem spinndüsengefärbten Garn verarbeitet wird. Die wesentlichen Vorteile von Acryl sind seine hohe Widerstandsfähigkeit und Schutzfunktion gegen ultraviolette Strahlung sowie seine Reißfestigkeit. Durch das Einfärben im Spinnprozess wird das Stofftuch äußerst lichtecht und farbstabil. Acryl ist besonders bei häufiger Nutzung geeignet.

Für die Aufhängung wird auch gerne Polyester Gewebe verwendet, dass für bestimmte Einsätze aufwendigen Verfahren unterzogen wird. Polyester zeichnet sich durch seine Leichtigkeit und Elastizität aus. Polyester besitzt eine höhere Festigkeit als Acryl und ist dementsprechend reißfester. Das Element verfügt über ein sehr gutes Rücksprungverhalten, das heißt, es „merkt“ sich den gespannten ursprünglichen Zustand, weswegen es auch „Memory Effekt“ bezeichnet wird, und kehrt in diesen nach der Dehnung wieder zurück. Dadurch besitzt Polyester ein sehr gutes Wickelverhalten, was besonders bei Rollmarkisen wichtig ist. Speziell bei sehr breiten Konstruktionen, die dazu neigen, durchzuhängen, ist Polyester sehr geeignet. Es bringt sie wieder stabil in Form. Polyester schützt als Grundmaterial allerdings nicht vor UV-Strahlung, weswegen es immer speziell imprägniert werden muss. Modern weiterentwickelt, wird Polyester in hochwertigen Verfahren auch zu einem spinndüsengefärbten Garn mit UV-schützenden Pigmenten hergestellt, womit es eine ebenso hohe UV-Beständigkeit und Haltbarkeit aufweist wie Stoffe aus spinndüsengefärbtem Polyacryl und dabei dennoch ihre vorteilhaften Eigenschaften beibehält.

Eine weitere Art bildet der thermoplastische Kunststoff Polyvinylchlorid, auch als PVC bekannt. Das Rohprodukt ist speziell für wetterfeste Komplexe geeignet, die permanent jeglicher Witterung ausgesetzt sind oder für schlechtes Wetter eingesetzt werden. Beispiele sind vor allem Regen-, Korbmarkisen oder Markisoletten. Soll das Tuch jedoch beweglich oder flexibel und wetterfest sein, wird ein Polyestergewebe mit PVC beschichtet. Das PVC zeigt sich äußerst widerstandsfähig gegen Regen, Schnee und Laub sowie stabil und Schmutz abweisend. Das Stofftuch aus PVC ist vollständig recycelbar!

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 Markisenstoffe aus wetterfestem und Schmutz abweisendem Werkstoff

Zunehmend sollen Projektierungen auch bei Regen, im Winter sogar bei Schnee oder flexibel vom Wetter unabhängig genutzt werden und Schutz bieten. Dementsprechend muss es bei Aufhängungen in geeigneter Weise ausgestattet oder behandelt sein. Mit einer chemischen Oberflächenbehandlung oder Imprägnierung wird Gewebe aus Polyacrylfasern Wasser abstoßend, Ruß sowie ÖL abweisend und Schmutz abweisend. Als Imprägnierung für Stoffe wird beispielsweise Teflon, Cleangard oder Perlgard verwendet. Bei Stoffen aus Polyester eignet sich für eine wetterfeste Nutzung die Beschichtung mit PVC, die zu 100 Prozent wasserdicht ist.

Besonders Wasser und Schmutz abweisend sind Markisenstoffe, die mit der Nanotechnologie ausgestattet sind. Die Fasern werden an der Oberfläche von Nanopartikeln aus Siliciumdioxid ummantelt. Dies bewirkt den sogenannten „Lotus Effekt„, der wie bei der Lotuspflanze Wasser und Verschmutzungen einfach abperlen lässt. Dem Wasser wird keine Haftungsmöglichkeit geboten, sodass es abfließen muss und Schmutzpartikel aller Art dabei mitreißt. Diese Wasser abweisenden Stoffe besitzen dadurch einen Selbstreinigungseffekt.

Stofftuch bei Markisen aus feuerfesten Rohstoffen

Aufhängungen werden zunehmend nicht nur zum Schattenspenden und zum geschützten Aufenthalt bei Regen oder Schnee eingesetzt. An kalten Tagen oder sogar im Winter werden zum Aufwärmen auch Heizstrahler oder Heizpilze unter der Anlage integriert oder es soll unter der Anlage ein Grill aufgestellt werden. Für diese Zwecke bedarf es eines Stoffs, der feuerfest und hitzebeständig ist. Das Gehänge muss in diesem Fall mit der Kennzeichnung „schwer entflammbar“ nach der DIN 4102 B1 gekennzeichnet sein. Dafür spezielle Materialien sind beispielsweise Polyesterstoffe, die aluminiert sind wie das Twilight Gewebe; Polyestergewebe mit PVC Beschichtung; Polyesterfasern mit Phosphorverbindungen, die brandhemmend wirken oder verschiedene Stoffgemische mit Glasfasergewebe. Zu achten ist bei feuerfesten Stoffen auf den Unterschied zwischen „schwer entflammbaren“ Rohstoffen, die mit einer abnutzbaren Imprägnierung auf der Oberfläche präpariert sind und „permanent schwer entflammbaren“ Werkstoffen, die feuerfeste Eigenschaften in der molekularen Struktur des Gewebes enthalten und dauerhaft beständig sind. Bei imprägnierten schwer entflammbaren Stoffen muss und kann die Imprägnierung nach einer gewissen Zeit erneuert werden.

Aus welchem Grundstoff das Gehänge bei Aufhängungen besteht oder welche Eigenschaften es aufweisen soll, ist abhängig von der geplanten und voraussichtlichen Nutzung, der Beschaffenheit der Anlage sowie den individuellen Anforderungen. Sehr viele Tücher vereinen verschiedene Eigenschaften!

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