Eine Montageanleitung für Markisen

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Die Installation einer Markise bedarf einen versierten Aufbauservice oder eines selbst organisierten handwerklich begabten Teams. In jedem Fall wird eine gute Einbauanleitung benötigt, die dem jeweiligen Modell entspricht und vom ersten bis zum letzten Schritt durch den Aufbau führt.  Anleitungen sind nicht alle gleich, da zum einen die Systeme und einzelnen Modelle sowie auch die baulichen Voraussetzungen unterschiedlich sind. Bei einer Bauanleitung sowie der Zusammensetzung selbst sind bestimmte Aspekte unbedingt zu beachten. Ein Montagebeispiel verschafft einen Überblick über die Aufbauschritte.

Montagearten, Montageuntergrund und das richtige Montageset

Bevor die Anbringung in Angriff genommen wird, ist unbedingt zu bestimmen, nach welcher Art die Aufhängung angebracht werden soll und welcher Untergrund vor Ort gegeben ist, da hiernach die Vorrichtung und das entsprechende Set ausgewählt werden müssen.

Es werden drei Arten unterschieden. Eine Baulichkeit kann an einer Wand, einem Dach oder auch an Dachsparren befestigt werden. Je nachdem, ob es sich um eine Wand-, eine Deckenmontage z.B. an einer darüber liegenden Balkonunterseite oder eine Dachsparrenanbringung an frei zugänglichen Dachsparren handelt, wird eine entsprechend spezielle Vorrichtung benötigt, an die die Anfertigung angebracht wird. Die Vorrichtungen und die Aufbauten der drei Arten unterscheiden sich.

Bei jeder Art ist der Untergrund zu prüfen und ein geeignetes Set zu wählen. Der Untergrund kann aus verschiedenen Baustoffen wie Beton, Porenbeton, Hohlblockstein aus Leichtbeton, Lochziegel, Vollziegel, Hohllochziegel, Kalksandlochstein, Kalksandvollstein, Bimsstein oder auch Holz (z.B. Dachsparren) bestehen sowie mit einem zweischaligen Mauerwerk, einem Verblendmauerwerk wie z.B. Klinker oder einem Wärmedämmverbundsystem versehen sein. Dabei ist zu prüfen, ob der Untergrund druckfest oder nicht druckfest ist. Für jeden Untergrund gibt es ein geeignetes Set. Eventuell benötigt der Untergrund eine entsprechende Schwerlastbefestigung, da Anlangen über ein hohes Eigengewicht verfügen, das der jeweilige Untergrund dauerhaft und sicher tragen muss. Je nach Untergrund und Set werden in der Regel bestimmte rostfreie Dübel wie Edelstahldübel, Schwerlastdübel, verschiedene Anker- und Gewindestangen, unterschiedliche Anker, besondere Ankerhülsen, Verbundmörtel oder Injektionsmörtel sowie weiteres Zubehör benötigt.

Eine gute Anleitung sieht häufig die unterschiedlichen Arten vor oder gibt Hinweise darauf, wie die Bauwerke unter den gegebenen Umständen zu montieren ist. In der Regel sind dem Hersteller oder Anbieter der jeweiligen Konstruktion die Informationen zur geplanten Art, dem Befestigungsuntergrund und alle relevanten Daten mitzuteilen, damit die entsprechenden Vorrichtungen, Bauteile, Befestigungsmaterialien, Maße und Installationsanleitung darauf abgestimmt werden können.

Hinweise zur Montageanleitung

Eine Bauanleitung sieht von System zu System und Modell zu Modell sowie im Hinblick auf die baulichen Gegebenheiten ganz unterschiedlich aus. Sowohl bei den Installationsanleitungen als auch bei der Anbringung gibt es einige Aspekte zu beachten und zu wissen.

Vor der Anbringung ist stets zunächst der Lieferumfang der Bestellung zu prüfen. Dazu sollte genau untersucht werden, ob alle benötigten Bauteile sowie Anleitungen vorhanden und unversehrt sind. Es ist zu empfehlen, alle Bestandteile auf dem Boden entsprechend ihrer Zusammensetzung sowie Position an Anbringung und Untergrund übersichtlich auszubreiten und mit der Montageanleitung abzugleichen. Es ist ebenfalls, unter Umständen auch bei der Bestellung, zu klären, inwieweit spezielle Werkzeuge und Befestigungsmaterialien mitgeliefert werden. Sehr häufig sind die Materialien für die Befestigung nicht automatisch enthalten. In diesem Fall ist dies entweder extra beim Anbieter zu bestellen oder separat von einem Fachhändler zu besorgen. Hier sollte man sich gründlich beraten lassen und gegebenenfalls auch eine Besichtigung vor Ort mit einem Fachmann oder einem professionellen Monteur vereinbaren. Es ist vor allem zu prüfen, ob sich die gelieferten Konsolen in Typ und Anzahl mit der Bestellung decken.

Eine gute Anleitung sollte eine verständliche und genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung für das jeweilige Modell einschließlich nützlicher Tipps und Erklärungen zu den einzelnen Schritten enthalten sowie eine Auflistung aller benötigten Bauteile, die elementaren technischen Daten, Angaben zu den benötigten Werkzeugen, Sicherheitshinweise, Warnhinweise und eine Bedienungsanleitung der betreffenden Anbringung. Sowohl die Bauanleitung als auch die Sicherheitshinweise sollten vor der Zusammensetzung gründlich studiert werden.

Für die Anbringung sind immer mindestens zwei Personen notwendig, die die Konstruktion von beiden Seiten gleichzeitig waagerecht und gleichmäßig über stabile Leitern anheben und anbringen. Möchte man die Baulichkeit selbst montieren anstatt von einem Fachmann, sollte man über etwas handwerkliches Geschick und technisches Verständnis verfügen. Ist man sich nicht sicher, sollte die Installation einem professionellen Monteur übergeben werden. Oftmals verläuft eine Installation trotz guter Montageanleitung des Herstellers nicht reibungslos ab, was zu Schäden an der Struktur oder Problemen beim Anbau führen kann. Der Hersteller haftet jedoch nicht für eine mangelhafte oder fehlerhafte Zusammensetzung.

Bei Markisen, die elektrisch betrieben und gesteuert werden, müssen, auch, wenn man sie gerne selbst aufbauen möchte, die elektrische Festinstallation, elektrisches Zubehör und die Elektroarbeiten stets von einer zugelassenen Elektrofachkraft durchgeführt werden! Die in der Einweisung aufgeführten Installationshinweise der gelieferten Elektrogeräte sind stets zu beachten! Für Projektierungen mit elektrischem Motorantrieb gibt es auch Sonderausstattungen wie Wind- und Sonnenwächter, die durch integrierte Sensoren reagieren und die Aufhängung automatisch ein- und ausfahren. Die Steuerung erfolgt über spezielle Schalter. Auch die Installation der elektrischen Sonderausstattungen muss von einem Fachmann durchgeführt werden.

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Montagebeispiel

Im Folgenden wird der Verlauf einer Anbringung in Form einer Wandmontage zur Übersicht dargestellt. In der Regel enthält sie präzise Schritte, definierte Angaben zu den Bauteilen und spezielle Einzelheiten zur Handhabung bei der Anbringung, die sich jedoch von Modell zu Modell unterscheiden und von der jeweiligen Ausstattung abhängen.

  1. Schritt: Markise und alle benötigten Teile auf dem Boden auspacken, prüfen und bereitlegen

Die Schutzfolie wird erst am Ende abgezogen.

  1. Schritt: Abmessung der Wandbreite und der Montagepunkte für die Aufhängung
  1. Schritt: Markieren und Festlegen der Montagepunkte

Die gesamte Breite und die Außenpunkte an der Fassade entsprechend der gewünschten Position anzeichnen und markieren. Die Maße vom Sitz der Aufhängung der Konsolen an der Wand markieren und die Montagpunkte festlegen. Um die Konsolen später einfacher auszurichten, wird empfohlen, eine waagerechte Richtschnur zu spannen. Die Bohrpunkte an der Wand anzeichnen und markieren. Die Konsole kann dabei als Schablone dienen.

  1. Schritt: Bohren und Konsolen anlegen

Alle Befestigungslöcher mit einem passenden Bohrer oder verschiedenen Bohrern in einer entsprechend dem Untergrund festgelegten Tiefe und Breite bohren. Die Bohrlöcher sollten mit einer geeigneten Bürste gereinigt und der Bohrstaub entfernt werden. Anschließend mit entsprechenden Befestigungsmitteln wie Verbundmörtel oder Injektionsmörtel die Bohrlöcher tief ausfüllen. Die Befestigungsanker (z.B. Ankerstangen) in alle Bohrlöcher einsetzen. Die Konsole ansetzen und mit Schrauben festziehen, sodass sich die Ankerstangen während der Trocknung und bevor der Mörtel fest wird anpassen können. Ist der Mörtel ausgehärtet, werden die Konsolen wieder abgenommen und die Verankerungen mit einem geeigneten Dichtungsmittel gegen Kälte und Feuchtigkeit abgedichtet. Je nach Untergrund!

  1. Schritt: Konsole befestigen

Die Konsolen verschrauben und mit einer Wasserwaage ausrichten! Alle Konsolen werden auf die jeweiligen Verankerungen waagerecht angebracht, die Schrauben montiert und festgezogen, sodass die Konsolen fest und stabil sitzen. Die Konsolen müssen exakt in der Höhe, der Tiefe und der Flucht zueinander ausgerichtet sein.

  1. Schritt: Markise einhängen und sichern

Für die Aufhängung werden mindestens zwei stabile Standleitern und ebenso viele Personen benötigt. Die Aufhängung wird von zwei Personen gleichmäßig waagerecht in die Wandhalterungen eingesetzt und eingehängt. Die Konstruktion wird an allen Halterungen mit den vorgesehenen Schrauben und Befestigungen gesichert und fest angezogen. Die Anfertigung kann jetzt ausgefahren werden. Bei einem Elektromotor kann sie erst nach dem Elektroanschluss oder mit einer Handkurbel ausgefahren werden. Die Schutzfolie entfernen und das Modell ganz ausfahren.

  1. Schritt: Einstellung des Neigungswinkels

Der Neigungswinkel sollte in Abhängigkeit der Durchgangshöhe und Ausfalllänge mindestens 15° betragen. Die Durchgangshöhe sollte 2 Meter nicht unterschreiten. Der maximale Neigungswinkel beträgt in der Regel 45°. Die Einstellung erfolgt über die Vorrichtung an beiden Seiten. Die Abdeckung entfernen, Schrauben lösen und den gewünschten Fall der Markise einstellen. Anschließend die Schrauben wieder festziehen und die Abdeckung aufsetzen.

  1. Schritt: Endkontrolle

Zum Schluss ist das Ein- und Ausfahren der Markise zu überprüfen.

  1. Schritt: Elektroanschluss

Die Montage mit Elektromotor erfolgt ebenso wie bei einem Modell mit Kurbelbetrieb. Die Endlagen des Motors sind in der Regel schon vom Werk eingestellt und müssen nicht korrigiert werden. Der Elektroanschluss muss nun von einem professionellen zugelassenen Elektriker fachgerecht durchgeführt werden.

  1. Schritt: Sonderausstattung wie Sonnen- und Windwächter anbringen und von einer Elektrofachkraft installieren beziehungsweise anschließen lassen.

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