Schneelastzone Gartenhaus – Definition und Gefährdungsgebiete

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Schnee auf dem Dach eines Carports
© Shutterstock - Maria Dryfhout

Dass Schnee zwar luftig leicht anzusehen ist, aber trotzdem ein ordentliches Gewicht aufweisen kann, wissen Sie bestimmt, seit Sie das erste Mal geschippt haben. Vor allem, wenn es sich dabei auch noch um nassen Schnee handelt. Diese Schneelast wirkt als Flächenlast auf Ihr Vordach, die Terrassenüberdachung, das Carport, bzw. das Gartenhaus ein, und muss im Vorfeld in den Bau mit einkalkuliert werden. Dazu braucht es Berechnungen, die am besten ein Statiker durchführen kann. Manchmal ist ein Gutachten eines Statikers auch notwendig, um eine Baugenehmigung zu erhalten. Ausschlaggebend für die Berechnungen der Statik ist die Schneelastzone, in der sich Ihr Gartenhaus befindet, sowie Feuchtigkeitsgehalt und Dichte des Schnees. Dichte und Gewicht des Schnees sind wiederum temperaturabhängig.

Was ist die Schneelast?

Die Schneelast ist der Druck, mit dem der Schnee mit seinem Gewicht auf ein Bauwerk einwirkt. Die Schneelast wird in Newton pro Quadratmeter angegeben. Auch hier müssen Sie beachten, dass die Schneeart, und somit die Dichte sich unterscheiden können, und somit auch das Gewicht, mit dem der Schnee auf das Dach drückt. Behalten Sie also auch stets die Schneehöhe auf dem Gartenhaus im Auge.

Was versteht man unter Schneelastzone?

Damit man die korrekte Schneelast ermitteln kann, unterscheidet man regionale Zonen, in denen die Schneelast unterschiedlich intensiv ausfällt. In Deutschland gibt es fünf Schneelastzonen:

  • 1: u.a. Rheintal, niederrheinische Tiefebene,
  • 2 und 3: u.a. Alpen, Bayrischer Wald, Thüringer Wald, Erzgebirge, Harz,
  • 1a und 2a: u.a. Hochschwarzwald, Rhön und Sauerland.

Die Schneelasten nehmen von Zone 1 bis 3 stetig zu.

Wenn Sie wissen wollen, in welcher Schneelastzone sich Ihr Gartenhaus befindet, lässt sich dies über die technischen Baubestimmungen eines Bundeslandes ermitteln, bzw. gibt es eine Schneelastzonentabelle des Deutschen Institutes für Bautechnik.

Welche Schneearten gibt es, und wie schwer ist Schnee?

Trockener Pulverschnee 30 bis 50 kg/m³
Neuschnee 50 bis 100 kg/m³
Feuchter Neuschnee 100 bis 200 kg/m³
Trockener Altschnee 200 bis 400 kg/m³
Feuchter Altschnee 300 bis 500 kg/m³
Firn 500 bis 800 kg/m³

Was gibt es außer der Schneelastzone zu beachten?

Ebenfalls mit in die Berechnungen der Statik muss die Dachneigung miteinfließen, denn je steiler ein Dach ist, desto leichter wird der Schnee abrutschen. Auf einem Flachdach sammelt sich der Schnee leichter an. Außerdem spielt es eine Rolle, ob das Dach Ihres Gartenhauses auch herabfallenden Schnee von umliegenden Bauwerken bzw. Bäumen zusätzlich aushalten muss.

Da sich nicht jeder Bausatz für Fasssauna, Gartenhaus oder Carport für jede Schneelastzone eignet, vergessen Sie nicht, sich vor dem Kauf diesbezüglich zu erkundigen. Wichtig ist, dass der Bausatz nach der Norm DIN EN 1991-1-3 (2010-12) gefertigt wurde. Dann können Sie auch sicher sein, dass der Hersteller die Statik berechnet hat.

Beachten Sie stets die maximale Belastungsgrenze der Dachkonstruktion, wenn diese erreicht oder gar überschritten wird, sollten Sie unbedingt das Dach von der Schneelast befreien. Sollten Sie dies außer Acht lassen, und das Gartenhaus etc. bricht zusammen, bzw. nimmt einen sonstigen Schaden, wird sich auch Ihre Versicherung nicht für einen Schadenersatz zuständig fühlen. Und natürlich sind Sie auch haftbar, sollte dabei sogar eine Person zu Schaden kommen. Nimmt das Gartenhaus Schaden, bevor die maximale Belastungsgrenze erreicht ist, ist entweder der Hersteller zuständig, wenn es nach der erwähnten DIN-Norm gefertigt wurde, bzw. der Statiker, der Berechnung für den Bau durchgeführt hat.

Wenn Sie selbst nicht in der Lage sind, Ihr Dach vom Schnee zu befreien, erkundigen Sie sich bei der Gemeinde oder bei der örtlichen Feuerwehr, wen Sie beauftragen können.

Kann ich nachträglich das Dach verstärken?

Sollte Ihr Gartenhaus nur grenzwertig die erwartete Schneelast tragen, bzw. vielleicht hat auch die Schneelast in den letzten Jahren zugenommen, stellt sich die Frage, ob man im Nachhinein bauliche Veränderungen am Dach vornehmen kann.

In einer Zone mit bekanntlich hoher Schneelast sollte man eher von Flachdächern absehen, und auch die Dacheindeckung nicht zu schwer wählen, z.B. Dachpfannen haben ein erhebliches Eigengewicht.

Eine Option wäre das Abstützen des Daches mittels Dachbalken. Auch das statische Verstärken durch seitliche Balken oder Bretter, das sogenannte Anlaschen, kann im Dachbereich zur Sparrenverstärkung eingesetzt werden. Allerdings ist die Statik stets als Ganzes zu betrachten, es nützt nichts, wenn zwar das Dach stabiler ist, aber die Bauteile darunter einknicken, weil sie für diese Last nicht ausgelegt sind.

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