Terrasse mit Drainage – Wieso ist das sinnvoll und wie geht man es an?

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Drainage an der Terrasse zum Wasserablauf
© Shutterstock -BennTheBeats

Immer wieder hört und liest man von Bauschäden im Keller, die durch Nässe von außen verursacht werden. Dass permanent an der Hausmauer stehendes Wasser sich auf Dauer eher ungünstig auswirken wird, leuchtet ein. Aber braucht jede Terrasse auch eine Drainage? Oder genügt ein ausreichendes Gefälle, welches mindestens 1,5 % beträgt und vom Haus wegführt? Diese Fragen versuchen wir heute im steda-Magazin für Sie zu beantworten.

Braucht meine Terrasse ein Drainagesystem?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, aber großen Aufschluss gibt der verwendete Belag auf der Terrassenfläche. Man unterscheidet hier nämlich sickerfähige, wasserdurchlässige Bodenbeläge, sowie wasserundurchlässige Beläge, die nicht sickerfähig sind.

Sickerfähige Beläge:

Dazu zählen Rasengittersteine, Natursteinpflaster und wasserdurchlässige Pflastersteine (Ökopflaster). Das Wasser wird entweder von der Fläche aufgenommen, bzw. sickert in den Unterbau, und von dort im Boden. Wenn sich allerdings Wasser im Unterbau staut, weil zum Beispiel der Boden darunter schwer oder lehmig ist, sollte für eine zusätzliche Ableitung des Wassers gesorgt werden. Ansonsten kann es bei Frosteinwirkung und durch ständige Feuchtigkeit zu Schäden am Unterbau kommen.

Nicht sickerfähige Beläge:

Bei versiegelten Flächen wie Asphalt oder Betonsteinen muss sowohl die Oberfläche, als auch der Unterbau entwässert werden. Vielerorts ist eine Entwässerung der Einfahrt sogar Pflicht, da das oberflächliche Abrinnen von Regenwasser auf Nachbargrundstücke, Gehwege und Straßen vom Grundstücksbesitzer verhindert werden muss. In manchen Kommunen gibt es eigene Versickerungsvorschriften, die besagen, dass Regenwasser, egal in welcher Menge, auf dem eigenen Grundstück zu versickern hat.

Die einfachste und auch kostengünstigste Lösung zum Entwässern stellt das Verlegen von Drainagematten dar. Werden solche Matten unter Fliesen oder Natursteinplatten verlegt, hilft es zusätzlich, Spannungsrisse zu vermeiden. Drainagematten sind im Baumarkt erhältlich, äußerst lange haltbar und verrotten nicht.

Welche wasserdurchlässigen Pflastersteinsysteme gibt es?

Pflastersteine mit Fugenversickerung:

Die Fugenbreite, durch die das Wasser im Erdreich versickert, beträgt ca. 1 cm. Aufgefüllt werden die Fugen meistens mit wasserdurchlässigem Splitt oder Kies.

Filterstein oder Porenpflaster:

Das Wasser wird von den Poren des Steins aufgenommen und weitergeleitet.

Pflastersteine mit Sickeröffnungen:

Diese Steine haben Aussparungen, bzw. Öffnungen am Stein, durch welche der Niederschlag versickert. Diese Öffnungen werden ebenfalls mit wasserdurchlässigem Material befüllt.

Schnelle Anleitung zum Verlegen einer Drainage:

Zu allererst müssen Sie festlegen, wo das Wasser aus Ihrer Drainage denn hin soll. Wenn es nämlich in einen Kanalanschluss eingeleitet werden soll, brauchen Sie dazu eine behördliche Genehmigung.

Außerdem sollten Sie eine kleine, rund 40 cm tiefe Grube ausheben für einen Versickerungstest. Diese wird mit 2 cm Feinkies oder Grobsand gefüllt und rund eine Stunde lang bewässert. Kontrollieren Sie in der folgenden halben Stunde mit Hilfe eines Maßstabes regelmäßig den Wasserstand. Sinkt dieser nur sehr wenig, ist eine Versickerung nicht möglich. Leert sich die Grube bereits in diesen 30 Minuten, kann eine Versickerung aufgrund einer möglichen Grundwasserverschmutzung bedenklich sein.

Wenn notwendige Genehmigungen erhalten sind, planen Sie den Verlauf der Drainage. Das Drainagerohr sollte entlang der Grundmauern des Hauses verlaufen und an den Ablauf, bzw. den Kanalanschluss münden. Den benötigten Graben können Sie mit dem Spaten oder einem gemieteten Minibagger ausheben. Der Boden des Grabens sollte mit einem Filtervlies bedeckt und mit einer 10 bis 15 cm hohen Schicht Sickerkies aufgefüllt werden.

Das Drainagerohr sollte mit einem Gefälle von 2 % verlegt werden, dies können Sie mit der Wasserwaage kontrollieren, wobei der tiefste Punkt der Anschluss an den Ablauf ist. Vergessen Sie nicht, in den Ecken ein T-Stück, sowie einen Revisionsschacht zum Kontrollieren und Reinigen einzubauen.

Wenn das Drainagerohr verlegt ist, wird es am Kanal angeschlossen. Anschließend kann der Graben mit Sickerkies aufgefüllt werden, rund 50 cm hoch. Diese Kiesfläche wird noch einmal mit einem Filtervlies bedeckt als Schutz vor Verunreinigungen. Schließlich können Sie den restlichen Graben mit dem Erdaushub auffüllen.

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