Terrassenüberdachungen – was tun bei Hagelschaden?

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Eine Terrassenüberdachung ist in der Regel so konstruiert, dass sie allen Wetterbedingungen unter europäischen Klimaverhältnissen standhält. Doch können Hagelschauer, bei denen beispielsweise enorm große oder sehr viele Eisklumpen auf das Dach der Terrasse einschlagen, trotzdem schwere Schäden verursachen. Um die Schäden abzuwenden, können bestimmte Vorkehrungen getroffen werden, während im Falle eines eintretenden Schadens entsprechende Versicherungen eingreifen.

Vorbeugende Konstruktionen zum Schutz vor Hagel

Hagelschauer sind weder in Zeitpunkt und Häufigkeit des Auftretens noch in ihrem Schweregrad vorhersehbar, dennoch ist, besonders zu Zeiten des Klimawandels, stets mit ihnen zu rechnen. Dächer sind mit ihrer Unterkonstruktion aus stabilem Holz wie Nadelhölzer in Form von Brettschichtholz oder Konstruktionsvollholz sowie Metallen wie Aluminium oder Stahl sicher vor den Auswirkungen von Eiskristallen, sofern sie stabil auf der Terrasse mit allen Bestandteilen und Verbindungsstücken integriert sind.

Das Problem stellen meist die Einlagen dar. Während Glas zwar sehr elegant, natürlich und lichtdurchlässig wirkt, ist es vor Wettereinflüssen oder Stürmen nicht gefeit. Besonders Hagelkörner in Tennisballgröße können das Dachglas auf einmal durchschlagen. Aus Sicherheitsgründen und zur Vorsorge werden für eine lichtdurchlässige Überdachung in der Regel Stegplatten, Doppelstegplatten oder Wellplatten aus Polykarbonat, Acrylglas oder Verbundsicherheitsglas verwendet. Das Polykarbonat ist ein Kunststoff, der eine besonders hohe Schlagzähigkeit beziehungsweise Unzerbrechlichkeit aufweist und einem Schauer standhält.

Acrylglas und Verbundsicherheitsglas halten schweren Witterungsbedingungen stand, können allerdings bei einem schweren Sturm mit großen Eiskörnern und enormem wuchtigem Einschlag trotzdem reißen oder zerbrechen. Sehr häufig wird das beliebte Verbundsicherheitsglas für Dächer verwendet, das sich dadurch auszeichnet, dass es mit einer reißfesten und zäh-elastischen Folie zwischen den Glasscheiben ausgestattet ist. Im Falle eines massiven Hageleinschlages würde das Glas unter Umständen brechen, jedoch an der Folie haften bleiben. In der Regel halten diese Materialien einem leichten Schauer gut stand. Wird es jedoch ein wahrhaft einschlagender Angriff von Eisbällen, bietet Polycarbonat sowie dicke starke Doppelstegplatten mit gegebenenfalls noch integrierter X-Profilstruktur eine hohe Schlagfestigkeit und Widerstandskraft bei stürmischen Wetter mit Niederschlag.

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Es ist zu empfehlen, regelmäßig nach der Beschaffenheit der Stegplatten und Materialien zu schauen, da Kunststoffmaterialien, in Abhängigkeit der Qualität, nach mehreren Jahren brüchig werden können. Besonders, wenn eine Schlechtwetterfront naht, eine Sturmwarnung ausgerufen wurde oder generell vor den schwierigen Jahreszeiten, ist es notwendig, die ganze Konstruktion zu überprüfen und eventuell zu warten.

 Versicherung bei Hagelschäden

Zerstört ein schwerer Hagelschauer die Überdachung, ist das meist ein Fall für die Versicherung. Da ein Wetterschaden einen Elementarschaden darstellt, sollten die Immobilienbesitzer zunächst die Gebäude- und Elementarversicherung prüfen. Ist in der abgeschlossenen Versicherung die Terrasse und Überdachung mit versichert, sind die Kosten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands von der Versicherung zu tragen. Im Versicherungsrecht wird Hagel als ein fester Witterungsniederschlag in Form von Eisklümpchen definiert, der während eines Schauers unabhängig von der Windstärke als Gefahr angesehen und somit versichert wird.

Erstattet werden in der Regel die Reparaturkosten für die Instandsetzung der beschädigten Gebäudestruktur. Zu berücksichtigen ist, dass Versicherungen unter Umständen einen Vorteilsausgleich vornehmen, der sogenannte „Abzug Neu für Alt“. Dies bedeutet, dass der Wert der alten, abgenutzten Konstruktion vor dem Wetter mit dem Wert einer neu erstellten und hochwertigeren Errichtung nach dem Sturm gegenübergestellt wird. Die Differenz stellt einen Vermögensvorteil dar, der in der Erstattung der Kosten von der Versicherung möglicherweise abgezogen wird.

Sehr wichtig ist es, nach einem entstandenen Schaden, umgehend die Versicherung zu kontaktieren und bis zum Eintreffen eines Gutachters keine Veränderungen oder Ausbesserungen vorzunehmen. Müssen dringend Notreparaturen zur allgemeinen Sicherheit vorgenommen werden, ist es unverzichtbar, vorher den Originalzustand des Schadens in allen Einzelheiten optimal zu fotografieren und die einzelnen Teile aufzubewahren.

In der Regel sind Dächer in der Hausratversicherung nicht mitversichert, da diese für gewöhnlich den gesamten Hausrat innerhalb des Gebäudes versichert, jedoch nicht Außenanlagen. Auch auf der Terrasse stehende Möbel genießen normalerweise keinen Versicherungsschutz der Hausratversicherung.

Grundsätzlich ist es der Versicherung nachzuweisen, dass das Wetter für den entstandenen Schaden verantwortlich ist. Es ist zu empfehlen, die bestehenden Versicherungsunterlagen hinsichtlich des Versicherungsschutzes der Terrassenüberdachung zu prüfen, auch bevor ein solches Ereignis eintritt.

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