Die richtige Terrassenüberdachung aus Holz

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Eine hölzerne Terrassenüberdachung bildet nicht nur ein optisch edles aufwertendes Schmuckstück im Garten oder am Haus, sondern sorgt vor allem für einen vor Sonne, Regen und Schnee geschützten komfortablen Aufenthalt im Freien. Überdachungen gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen, doch gilt es für die individuelle Terrasse das richtige Modell zu finden, sodass es den Gegebenheiten vor Ort, den persönlichen Bedürfnissen sowie den umweltbedingten Aspekten entspricht. Damit die gewünschte Variante aus Holz lange Zeit Freude bereitet, sollte die Anschaffung sorgfältig geplant werden.

Die richtige Konstruktion

Vor der Anschaffung einer Überdachung für die heimische Terrasse ist eine optimale Konstruktion zu planen, die unter anderem die Größe und die Stützung betrifft. Die Größe und das Format spielen eine wichtige Rolle, denn es sollte darauf geachtet werden, dass sie die Fläche nach Möglichkeit ein Stück überschattet und nicht zu klein geplant wird. Deshalb ist es zu empfehlen, die Überdachung an den Seiten mindestens 50 Zentimeter größer einzuplanen, als das Terrassenformat. Wie groß die Überdachung sein soll, hängt beispielsweise davon ab, ob die ganze zur Verfügung stehende Terrassenfläche überdacht werden soll, nur ein Teil oder auch wie viele Personen sich darunter geschützt und bequem Aufhalten sollen.

Es gibt die Möglichkeit eine Aufhängung freistehend zu konstruieren oder sie an eine Wand wie die Hauswand oder eine Gartenmauer anzulehnen. Eine Variante aus Holz, die von einer oder mehreren Wänden gestützt wird, benötigt eine kleinere Dachfläche als eine Freistehende. Je weniger Wände die Überdachung stützen, desto größer sollte die Dachfläche sein. Bei einer, von komplett freier Fläche umgebenen, Aufhängung, sollte auf die Länge und Breite zusätzlich jeweils ein Meter eingeplant werden. Dies bietet mehr Schutz und verhindert das Regenwasser unter die Überdachung auf die Terrasse schlägt.

Besteht der Wunsch, eine Aufhängung direkt an der Hauswand zu montieren, muss vorher die Fassade des Hauses geprüft werden. Häuser mit einem Wärmedämmverbundsystem oder Fassaden mit einem Vollwärmeschutz dürfen nicht angebohrt werden, da dies die Wärmedämmung schädigt. In diesen Fällen kommt ein Dach als Wandanbau beispielsweise nicht in Betracht.

Die Suche nach der geeigneten Bedachung

Auf die Unterkonstruktion aus Holz können verschiedene Arten von Dachformen wie Flachdach, Pultdach, Spitzdach, Satteldach, Tonnendach oder Walmdach aufgebaut werden. Für Varianten mit Wandbohlen werden in der Regel Flachdächer und Pultdächer als Form verwendet, während bei Freistehenden auch Satteldächer und Walmdächer üblich sind.

Die hölzerne Konstruktion kann unabhängig von der Dachform mit verschiedenen Bedachungsmaterialien gedeckt werden. Es werden in der Regel die lichtdurchlässigen Materialien Verbundsicherheitsglas (VSG), Acrylglas (Plexiglas) oder Polykarbonat verwendet. Diese Materialien werden in Form von Stegplatten, Doppelstegplatten oder Wellplatten auf die Bedachung angebracht. Je nachdem inwieweit die Lichtdurchlässigkeit willkommen ist, gibt es klare, matte, milchige oder undurchsichtige sowie auch farbige Auflagen. Ist die Sonneneinstrahlung nur gelegentlich erwünscht, gibt es auch Schutzmaßnahmen wie Sonnensegel. Darüber hinaus können natürlich auch geschlossene Eindeckungen, wie bei einem Haus, mit Betondachsteinen, Tondachziegel, Schiefer oder Bitumenschindeln verwendet werden, dies ist jedoch eher unüblich.

Eine weitere Art bildet die Pergola. Hier werden auf die Unterkonstruktion aus Holz Querbalken aufgesetzt, woran rankende Grünpflanzen angepflanzt werden, die zu einem „natürlichen“ Dach zusammenwachsen. Diese Variante ist zwar sehr schattenspendend und naturgemäß attraktiv, jedoch für einen Aufenthalt im Regen nicht wasserdicht geschützt.

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Welche Holzart ist die Richtige?

Es gibt bestimmte geeignete Holzarten, die den Belastungen und den Wetterbedingungen draußen gewachsen sind. Es werden meist heimische Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer, Tanne und Lärche oder die in Nordamerika beheimatete Douglasie verwendet. Da Holz ein Naturmaterial ist, das zwar stabil und beständig ist, aber den Witterungsbedingungen und äußeren Einflüssen wie Insekten, Pilzen und Feuchtigkeit nicht ohne Weiteres entgegentritt, müssen die Aufhängungen auch konstruktiv geschützt sein. Dafür werden die Holzarten in Form von hochwertigem Konstruktionsvollholz oder Brettschichtholz (Leimholz) angeboten. Besonders häufig wird das Brettschichtholz genutzt. Es wird aus mehreren getrockneten Holzschichten geleimt zusammengesetzt. Diese Form verhindert Rissbildungen sowie Schwindungen und weist eine sehr hohe Tragfähigkeit sowie Stabilität auf.

Das rötlich schimmernde Douglasienholz ist von Natur aus besonders resistent gegen Pilze, Schimmelbefall, Insekten sowie Feuchtigkeit, dennoch muss es wie die anderen Hölzer Fichte, Kiefer, Tanne und Lärche auch, gut gepflegt und imprägniert werden. Dazu dienen Pflegemittel wie verschiedene Holzlasuren, natürliche Holzschutzöle und UV-Schutz. Diese Holzarten stellen alle eine sehr gute Qualität dar, unterscheiden sich jedoch im Preis. So ist beispielsweise Douglasienholz sehr pflegeleicht aber auch sehr teuer. Wer seine Aufhängung nicht selbst oder nicht mit der Hilfe eines Architekten individuell konstruieren und aufstellen möchte, hat auch die Möglichkeit einen hochwertig ausgestatteten Bausatz mit allen Elementen komplett einschließlich Bauanleitung zu nutzen. Farblich können die Modelle individuell gestaltet werden.

Baugenehmigungspflicht

Bei der Planung ist grundsätzlich das zuständige Bauamt zu kontaktieren, denn abhängig von der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes ist in vielen Fällen eine Baugenehmigung erforderlich. In Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen muss immer eine Baugenehmigung gestellt werden. Es ist möglich, dass die geplante Konstruktion im Einzelfall von baurechtlicher Seite her nicht realisierbar ist. Die Baubehörden stellen auch Beratungen und Informationen zum individuellen Bauvorhaben zur Verfügung.

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