Terrassenüberdachungen aus Glas – Eigenschaften, Sicherheit und Stabilität

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© alexandre zveiger - shutterstock.com

Glas besitzt für die Überdachung von Terrassen vorzügliche Eigenschaften, denn durch die Transparenz und Klarheit von Glas kann bei schönem Wetter der blaue Himmel am Tag oder der Sternenhimmel bei Nacht durch die Scheiben hindurch beobachtet werden, während es sich bei so manchem Regen anfühlt, als würde man geschützt, trocken und gemütlich unter einem dezenten Wasserfall sitzen. Allerdings gibt es bei Glaskonstruktionen auch wesentliche Aspekte zu beachten, da mit diesem Werkstoff bestimmte Anforderungen einhergehen.

Eigenschaften von gläsernen Gebilden

Glas hat etwas Magisches an sich, denn es ist klar und durchsichtig wie saubere Luft, lässt das Licht hindurch, erzeugt eine natürliche Harmonie, spiegelt so manches Abbild, behauptet sich schützend gegen so manche Einflüsse und vieles mehr. Kein Wunder, dass das Glas zu den beliebtesten Materialien gehört. Überdachungen aus diesem Material passen sich mit der entsprechenden Unterkonstruktion jeder Architektur und jedem Baustil an. Gegenüber anderen Materialien, zur Eindeckung eines Terrassendaches, wie beispielsweise Kunststoff, wirkt Glas massiv, optisch sehr attraktiv, modern, stilvoll sowie natürlich und beeindruckt durch seine Lichtdurchlässigkeit. Der Nachthimmel strahlt bei einem Glasdach genauso klar hindurch wie sonniges Tageslicht. Die Glasplatten können je nach gewünschtem Komfort im Terrassendach fest oder auch ähnlich wie bei einem Fenster zum Öffnen und Schließen installiert werden. So kann die überdachte Terrasse auch zeitweilig „Open Air“ genutzt werden.

Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Das gilt auch für Glas. So willkommen das Tageslicht ist, so unwillkommen ist die häufig damit verbundene direkte Sonneneinstrahlung. Auf der Terrasse blendet und stört dies nicht nur die Personen, die sich unter dem Glasdach aufhalten, sondern auch so manche Pflanzen. In Wintergärten, die rundum aus Glas gefertigt sind, fördert es wiederum die Entwicklung von tropischen Pflanzen. Hier besteht allerdings auch die Gefahr, dass sich der Raum extrem aufheizt (Glashauseffekt). Demzufolge ist mit der Anschaffung in der Regel auch die Installation eines Sonnenschutzes wie beispielsweise einer Markise verbunden, der Schatten und ein angenehmes Klima spendet. Bei einem Glasdach wird der Sonnenschutz in der Regel auf der Unterseite der Überdachung angebracht und bei Bedarf aus- und eingefahren.

Hochwertige Varianten weisen eine hohe StabilitätBelastbarkeit sowie Robustheit auf und sind entsprechend so beschaffen, dass sie technisch sicher sind. Das bedeutet auch, dass sie allen gefährlichen Wetterverhältnissen wie Regen, Schnee, Hagel und Wind auf der Terrasse gewachsen sind. Allerdings sind sie auch häufig etwas kostspieliger als andere Materialien, da es sich hier um spezielles Glas handelt.

Was für ein Glas kann genutzt werden?

Es handelt sich um Glas, doch dieses für Terrassenüberdachungen ist nicht so empfindlich wie herkömmliches Glas. Da ein Terrassendach hohe Anforderungen an Stabilität, Widerstandsfähigkeit und Sicherheit stellt, reicht eine normale dünne herkömmliche Glasscheibe nicht aus. Für diese Gebilde wird speziell „Verbundsicherheitsglas (VSG)„, „Verbundsicherheitsglas aus teilvorgespanntem Glas (TVG)“ oder „Isolierverglasungen“ verwendet.

Sehr häufig und weit verbreitet wird hochwertiges Verbundsicherheitsglas genutzt. Dabei handelt es sich um mindestens zwei Glasscheiben, die mittels einer Folie verbunden und miteinander zu einer Einheit verklebt wurden. Bei den Glasscheiben handelt es sich um Floatglas (Fensterglas), das auch als Flachglas bekannt ist. Im Fall von Glasbruch, mechanischer Überbeanspruchung oder Einwirkungen wie Schläge haften die Glassplitter an der Folie. Verbundsicherheitsglas bindet Splitter und wirkt hemmend auf Durchbruch und Durchwurf. Für begehbare Überkopfverglasungen muss in Deutschland das Verbundsicherheitsglas mit doppelter Folie ausgestattet sein. Das Verbundsicherheitsglas ist schwer, kann mit Sonnenschutzfolie ausgestattet werden, ist isoliert und wird sowohl durchsichtig als auch gefärbt angeboten. Es wird vor allem eingesetzt, wenn keine Wärmedämmung notwendig ist. Eine Glasüberdachung aus Verbundsicherheitsglas kann nicht gebohrt oder verschnitten werden.

Mit anderen Glasarten wird auch „Einscheibensicherheitsglas (ESG)“ kombiniert. Diese Variante ist ein thermisch vorgespanntes Glas aus Fensterglas (Floatglas) oder Ornamentglas. Die bearbeiteten Glasscheiben werden fertig zugeschnitten, dann erhitzt und schlagartig abgekühlt. Das Einscheibensicherheitsglas verfügt über eine hohe Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Stöße, Einschläge und andere Beanspruchungen, weswegen es auf sehr vielfältige Weise eingesetzt wird.

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Das Verbundsicherheitsglas aus teilvorgespanntem Glas (TVG) wird ähnlich wie das Einscheibensicherheitsglas (ESG)hergestellt, jedoch wird das erhitzte Glas hier langsam abgekühlt. Es unterscheidet sich auch in der eingeprägten Vorspannung. Das TVG wird hauptsächlich als Verbundsicherheitsglas eingesetzt. Diese Glasart wird besonders in Fällen verwendet, die erhöhte Sicherheitskriterien erfüllen müssen. Es ist deutlich widerstandsfähiger als Verbundsicherheitsglas aus Fensterglas, unempfindlich gegenüber Temperatureinwirkungen und hält im Zerstörungsfall eine gewisse Stabilität. Dieses Material bietet den höchsten Schutz. Für öffentliche Gebäude ist diese Variante in manchen Gebieten gesetzlich vorgeschrieben.

Bei Isolierverglasungen besteht die äußere Glasscheibe aus Fensterglas oder auch Einscheibensicherheitsglas (ESG) und die innere Glasscheibe aus Verbundsicherheitsglas oder TVG. Dieses Modell wird klassisch für die Bedachung von Wintergärten verwendet. Mit Isolierverglasungen wird ein hoher Schutz vor Sonneneinstrahlung und Überhitzung erzielt sowie auch eine ausgezeichnete Wärmedämmung erwirkt.

Darüber hinaus kann das Glas auch auf bestimmte Funktionen wie Sonnenschutz, Schallschutz und Einbruchsschutz ausgerichtet werden (Funktionsgläser).

Wichtig ist, dass es sich um ein hochwertiges und sorgfältig verarbeitetes stabiles Glas handelt. In der Regel ist das Sicherheitsglas sehr schwer.

Sicherheit und Stabilität rund um das Glasdach

Terrassenüberdachungen aus Glas benötigen eine höchst stabile Unterkonstruktion aus robustem Holz, kräftigem und beschichtetem Aluminium oder starkem Stahl. Bei einem Gerüst aus Holz müssen aufgrund der schweren Glaseindeckung entsprechend kräftige Stützpfeiler eingesetzt und Tragebalken im Boden verankert werden. Aluminium und Stahl wirken filigraner, weisen eine hohe Stabilität auf und benötigen im Vergleich weniger Material als bei Holz. Letztlich muss jedoch das Material auch zu der Umgebung und der Architektur des Gebäudes passen. Es ist notwendig darauf zu achten, dass sich kein Stauwasser bildet, da dieses das Glasdach zu schwer belastet und gefährdet. Deswegen sollte auf eine sehr gute Entwässerungsvorrichtung beispielsweise in der Pfette, in einem extra Profil oder im Pfosten geachtet werden. Sie sollten stets präzise und professionell von einem Fachmann installiert und montiert werden.

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