Natürliche Atmosphäre unter Terrassenüberdachungen aus Nadelholz

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© Santiago Cornejo - shutterstock.com

Tragende Konstruktionen im Außenbereich wie Terrassenüberdachungen werden sehr gerne und üblicherweise aus dem Naturrohstoff Holz gebaut. Schwer, groß und permanent unterschiedlichsten Wettereinflüssen und Umweltbedingungen ausgesetzt, stellt das Holz bestimmte Anforderungen, um allen Einwirkungen widerstandsfähig auf Dauer standhalten zu können.

Auch wenn steda diese spezielle Art von Terrassenüberdachungen nicht anbietet, möchten wir Sie an dieser Stelle über die Vor- und Nachteile von Terrassenüberdachungen aus Nadelholz informieren!  

Neben konstruktiven und statischen Merkmalen spielt es eine wesentliche Rolle, aus welchem Holz Terrassenüberdachungen bestehen sollen, denn nicht jede Holzart ist dafür geeignet. Die besten Eigenschaften zeigte für Terrassenüberdachungen Nadelholz und hat sich seit jeher äußerst bewährt. Es werden verschiedene Arten von Nadelbäumen für ein geeignetes Bauholz herangezogen, die Gemeinsamkeiten aber auch wesentliche Unterschiede aufweisen. Des Weiteren lassen sich die Hölzer der Nadelbäume in zwei geeigneten Holzformen für eine robuste Konstruktion zur Terrassenüberdachung optimal nutzen.

Terrassenüberdachungen aus Nadelholz – geeignete Holzarten und ihre Eigenschaften

Während Laubhölzer und tropische Hölzer vorzugsweise für den Innenbereich und auch für Möbel verwendet werden, eigenen sich Nadelhölzer auch für Außenanlagen wie Terrassenüberdachungen. Im Allgemeinen weist Nadelholz bestimmte Eigenschaften auf, die sie in der Eignung für den Außenbereich vorteilhafter als andere Holzarten machen. Nadelhölzer besitzen keine Tracheen, bestehen jedoch zu über 90 % aus Tracheiden, also in axialer Richtung verlaufende lang gestreckte Zellen, die für die Festigkeit und den Transport bzw. die Leitung des Wassers entstanden sind und präsentieren sich dadurch von Natur aus homogener als das Holz von Laubbäumen. Eine zweite Eigenschaft ist, dass Nadelhölzer Baumharz enthalten, wodurch es im Vergleich zu Laubholz widerstandsfähiger gegen Wettereinflüsse sowie Pilzbefall ist und sich auch korrosionsbeständig gegen Chemikalien zeigt. Eine weitere wesentliche Erscheinung von Nadelbäumen ist die geringe Schwindung des Holzes, wodurch Nadelholz eine hohe Formstabilität aufweist, die für die tragende Konstruktion einer Terrassenüberdachung sehr wichtig ist.

Ein besonderes Augenmerk liegt in der Wahl der Nadelhölzer für die Holzkonstruktionen von Außenanlagen vor allem auf den nordischen Nadelhölzern, die als Bäume in kalten Nordregionen wie Skandinavien, Kanada oder Alaska gewachsen sind. Nadelbäume wie die nordische Fichte, die nordamerikanische Douglasie oder die nordische Kiefer wachsen in diesen Regionen aufgrund der langen und extrem kalten Winter sowie sehr kurzen Sommer äußerst langsam, sehr gerade und verfügen über einen Stamm in Zylinderform mit kaum oder gar keinen Ästen im unteren Bereich und sehr dichte Jahresringe. Das Holz ist dadurch sehr viel fester, stabiler und auch sehr viel härter als die gleichen Nadelbaumarten aus mitteleuropäischen Regionen.

Es werden hauptsächlich für Terrassenüberdachungen Nadelholz Arten wie die Fichte, die Kiefer, die Lärche oder die Douglasie verwendet. Jede der Holzarten besitzt andere Eigenschaften, die sie auszeichnen. Sehr beliebt und ebenso bewährt ist das Holz der Fichte. Sie gehört zu den preisgünstigsten Holzarten, präsentiert aber dennoch ausgezeichnete Eigenschaften. Das helle Nadelholz gehört zu den Weichhölzern und ist mittelschwer, besitzt jedoch eine hohe Elastizität, Formstabilität, Festigkeit und neigt nicht zu Schwindungen, Rissen oder Verdrehungen. Die nordische Fichte nimmt von Natur aus ebenso wie ihr Holz nur äußerst geringe Mengen an Wasser auf, wodurch sie besonders für Wetterverhältnisse wie Regen, Schnee und Hagel beziehungsweise für Gebiete, in denen stets sehr starker Niederschlag fällt, geeignet wird.

Die Kiefer spendet ein mäßig hartes mittelschweres Nadelholz mit mittlerer Rohdichte, das eine ausgezeichnete Elastizität, Zähigkeit, Festigkeit, Bruch- und Schlagfestigkeit sowie ein hohes Stehvermögen nach der Trocknung aufweist. Es zeigt nur mäßig Schwindungen auf, neigt jedoch nicht zu Rissen. Das Kernholz zeichnet sich durch eine hohe Dauerhaftigkeit aus. Das Kiefernholz zeigt sehr unterschiedliche Maserungen, Merkmale und auch Farben auf. Fressschädlinge sind vom Kiefernholz nicht sehr angetan und meiden die Holzart.

Das Lärchenholz gehört zu den gehobeneren, schwersten sowie härtesten Nadelholzarten und präsentiert sich beeindruckend mit einer hohen Zähigkeit, Elastizität, Festigkeit und einem sehr hohen Harzgehalt in seiner attraktiven rötlichen Naturfarbe. Neben einer sehr guten Dauerhaftigkeit weist dieses Holz ein geringes Schwindungs- und Quellverhalten auf sowie eine vorzügliche Beständigkeit hinsichtlich Feuchtigkeit, Witterungseinflüssen, Säuren und Alkalien. Es bedarf kaum einer Behandlung mit Holzschutzmitteln. Das hochwertige Douglasienholz erweist sich als ein extrem robustes, festes, witterungsbeständiges, stabiles und hartes sowie sehr haltbares und schnell wachsendes Nadelholz in einer rötlichen Farbe. Sehr bekannt und beliebt ist die Douglasie als Baumaterial für Terrassenüberdachungen unter anderem aufgrund ihrer hartnäckigen Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Pilze und Insekten.

Holzformen aus Nadelhölzern für Terrassenüberdachungen

Während die Lärche, die Fichte, die Kiefer oder die Douglasie die Art des Holzes für den Bau einer Terrassenüberdachung aus Nadelholz liefern, bedarf es als Bauholz noch der passenden Form. Die Nadelhölzer lassen sich sehr gut verarbeiten und können für Terrassenüberdachungen als Leimholz (Brettschichtholz) oder als massives Konstruktionsvollholz eingesetzt werden.

Als Leimholz werden mehrere Schichten des getrockneten massiven Nadelholzes zu tragfähigen Kanthölzern bzw. stabilen Pfosten, Balken und Stützen zusammen geklebt. Das Leimholz aus Nadelhölzern ist sehr tragfähig, stabil, verwindungssteif, bewegungsarm und verursacht weder Risse noch Schwindungen. Konstruktionsvollholz (KVH) bildet quasi den Kern, der aus dem Baumstamm herausgeschnitten wird. Als massives Vollholz werden die verschiedenen Nadelholzarten für die Konstruktion passend in Kantenholzteile geschnitten. Je nach Stärke und Tragfähigkeit kann es für die Pfosten, tragenden Balken und Stützen eingesetzt werden. So kann eine Terrassenüberdachung auch zusätzlich zum Konstruktionsvollholz mit Rundvollholz wie in Form eines Baumstammes kombiniert werden. Allerdings ist bei KVH darauf zu achten, das für die tragenden Bauteile kein Vollholz aus dem Kern des Baumes verwendet wird, da es häufig nicht stabil genug ist. Das Konstruktionsvollholz besitzt eine hohe Verzugssicherheit und bietet eine ausgezeichnete Standfestigkeit.

Terrassenüberdachungen aus Nadelholz richtig behandeln

Auch Nadelhölzer müssen trotz ihrer ausgezeichneten und wetterbeständigen Eigenschaften für den dauerhaften Bestand im Außenbereich entsprechend vorbehandelt werden. Das Nadelholz kann für Terrassenüberdachungen imprägniert werden, einer Kesseldruckimprägnierung unterzogen werden oder einfach mit entsprechenden Holzschutzmitteln wie Ölen und Lasuren präpariert werden. Douglasienholz benötigt aufgrund ihres robusten Charakters keine chemische Behandlung. Eine Terrassenüberdachung aus Nadelhölzern kann mit speziellen Ölen, leicht getönten Lasuren oder offenporigen Farben veredelt werden. Einige Hölzer wie Fichtenholz benötigen zusätzlich einen Bläueschutz. Es ist zu empfehlen, das rohe Terrassenüberdachungen aus Nadelholz mit einem UV-Filter bzw. einer UV-beständigen Dünnschichtlasur zu versehen, da Nadelhölzer nicht beständig gegen die ultraviolette Strahlung ist. Das Nadelholz sollte alle paar Jahre einen neuen frischen Schutzanstrich erhalten.

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