Gras, Pflastersteine, Kies – Das müssen Sie beim Untergrund des Gartenhauses beachten!

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Arbeiter beim Verlegen eines Fundaments für ein Gartenhaus
© Shutterstock - Radovan1
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Wenn Sie Ihr gewünschtes Gartenhaus gefunden haben, stellt sich natürlich die Frage, wo soll es stehen. Brauchen Gartenhäuser ein Fundament, wenn es sich nur um eine kleine Ausführung handelt? Wenn ja, welches? Und kann man ein Fundament selber bauen? Diesen Fragen geht steda heute für Sie auf den Grund. Übrigens: Falls Sie noch auf der Suche oder beim Vergleichen passender Gartenhäuser sind: Vergessen Sie nicht, auch einen Blick in unseren Online-Shop zu werfen. In unserer Gartenhaus-Kategorie haben wir eine Vielzahl an wandelbaren Bausätzen für jeden Geschmack und fast jede Gartengröße für Sie zur Auswahl.

Warum braucht mein Gartenhaus ein Fundament?

Auch wenn es im ersten Moment nach unerfreulich viel Arbeit anhört, und es wesentlich einfacher wäre, das Gartenhaus einfach irgendwo auf dem Rasen zu platzieren: Denken Sie daran, was die Füße für uns sind, ist das Fundament für Ihr Gartenhaus. Es sorgt aber nicht nur für einen sicheren Stand, sondern hilft zusätzlich noch, das Gartenhaus gegen Feuchtigkeit und Bodenbakterien von unten abzuschirmen.

Ein sicherer Stand ist unbedingt notwendig, denn je nachdem, wie weich der Untergrund ist, sinkt das Gartenhaus früher oder später ungleichmäßig ein. Das führt zu Rissen und Spalten im Unterbau, was im schlimmsten Fall sogar den Einsturz des Hauses zur Folge haben kann! Auch starke Windböen und hohe Schneelasten machen eine solide Unterkonstruktion notwendig. Je nach Größe des Gartenhauses kann es auch sein, dass die Bauvorschriften ein Fundament vorschreiben, vor allem, wenn das Haus auch zu Übernachtungs-/Wohnzwecken dienen soll. Dies gilt auch oft für Gartenhäuser in Kleingarten-/Schrebergartenanlagen.

In Ausnahmefällen, bei leichten Gartenhütten oder Geräteschuppen, kann es ausreichend sein, den Boden zu verdichten. Dabei empfiehlt sich der Austausch der obersten Bodenschicht durch Sand oder Kies. Auch hier sollten Sie sorgfältig und genau vorgehen, denn ein Geräteschuppen, bei dem durch Absackung ständig die Tür klemmt, stellt ein großes Ärgernis dar.

Baustelle im Garten für ein Gartenhaus

Kann ich selbst das Fundament bauen?

Dagegen spricht nichts, aber es sind gewisse Grundkenntnisse notwendig. Wenn Sie noch nie ein Fundament gebaut haben, sollten Sie Rücksprache halten mit fachkundigem Personal aus dem Baumarkt oder einem Fachbetrieb. Ein Statiker kann Ihnen auch die erforderliche Größe und Stärke Ihres benötigten Fundaments berechnen.

Außerdem sollten Sie entweder fit genug sein, um einen Graben auszuheben, oder einen Minibagger bedienen können. Im Internet finden Sie viele Möglichkeiten, Baumaschinen in Ihrer Nähe günstig auszuleihen, ebenso wie auch einige Anleitung.

Welche Fundamentart für mein Gartenhaus?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen Sie die Bodenbeschaffenheit kennen, wo das künftige Gartenhaus stehen soll. Des Weiteren spielen Größe und Gewicht des geplanten Gartenhauses eine Rolle, eventuelle Bauvorschriften, und natürlich auch, wie viel Geld Sie in das Projekt investieren möchten. Eine Gemeinsamkeit haben Streifen-, Platten- und Punktfundament jedoch, sie sollten alle mindestens 80 cm tief sein, damit sie frostsicher sind.

Wenn ein Fundament nicht tief genug gegründet wird, kann sich darunter Wasser bilden und dort gefrieren. Das kann eine Beschädigung des Fundaments zur Folge haben. Ist der Boden rund um das Fundament nachgiebig, muss eine Verschalung erstellt werden. Diese besteht üblicherweise aus Schalbrettern oder Platten.

Wenn Sie planen, ein Fundament zu betonieren, wären einige trockene, frostfreie Tage von Vorteil.

durch Klopfen auf Pflastersteine wird Fundament gefestigt

Punktfundament:

Dieses Fundament wird vor allem bei Konstruktionen auf Trägern eingesetzt, wie Carports oder Terrassenüberdachungen. Es besteht aus mehreren Einzelfundamenten, und benötigt daher keine Bodenplatte. Auch einzelne Pfosten werden bei dieser Fundamentart in den Boden eingegossen. Für stark feuchtende, sumpfige Böden ist das Punktfundament weniger geeignet, da es unregelmäßig absacken kann. Aus diesem Grund sollte auch der Boden unter allen Einzelfundamenten gleich beschaffen sein.

Streifenfundament:

Ein Streifenfundament ist besonders geeignet wenn es darum geht, eine Gartenmauer zu verankern, aber auch für Garagen oder Gartenhäuser. Die „Streifen“, die normalerweise rund 30 cm breit sind, sollten direkt unter der Mauer, bzw. den Außenwänden des Gebäudes verlaufen. Als Abschluss wird eine Bodenplatte von rund 10 cm mit Stahlbewehrung verlegt. Wenn der Untergrund hart und steinig ist, lohnt sich definitiv das Anmieten eines Minibaggers, da das händische Graben sehr mühsam werden kann.

Plattenfundament:

Für kleinere und leichte Gartenhäuser, Geräteschuppen etc. ist ein Plattenfundament meist ausreichend. Dieses wird aus Gehwegplatten oder Pflastersteinen hergestellt. Plattenfundamente werden oft nicht tief angelegt, und sind dann auch nicht frostsicher. Die Grube soll dem Grundriss des Gartenhauses plus einer seitlichen Zugabe von rund 15 cm entsprechen. Diese wird mit einer 10 cm hohen Kiesschicht aufgefüllt, und darüber Verlegesand angebracht. Zur seitlichen Stabilisation können Rasenkantensteine verlegt oder ein Zementrand errichtet werden.

Fundamentplatte:

Fundamentplatten sind nicht wirklich aufwändig, dafür aber gut geeignet für weiche Böden, und auch zur Stabilität von größeren und schwereren Gartenhäusern. Der auszuhebende Graben beträgt in etwa 30 bis 40 cm Tiefe, dann wird mit rund 15 cm Kies aufgefüllt. Darauf wird der Beton gegossen, zu dessen Stabilität auch Stahlmatten eingebracht werden. Für diese Betonplatte wird relativ viel Material benötigt, weshalb Sie sich die Anlieferung von Fertigbeton überlegen sollten.

Weitere mögliche Fundamentarten sind Einschlaghülsen aus Metall für leichte Gerätehäuser in Ständerbauweise, sowie Pfahlfundamente. Letztere kommen zum Einsatz, falls Sie zum Beispiel ein Gartenahaus an einem See errichten wollen. Der Bau eines Pfahlfundaments benötigt allerdings viel Fachkenntnis, weshalb es von einem Profi errichtet werden soll.

Verschalung für das Fundament erstellen:

Bei Punktfundamenten ist meistens keine Verschalung notwendig, da die ausgehobenen Löcher direkt mit Zement aufgefüllt werden können. Bei anderen Fundamentarten wird mittels Schalbrettern an den Innenwänden der Grube eine Schalung erstellt. Zu deren Ausrichtung sind eine Maurerschnur und eine Wasserwaage hilfreich.

Anschließend kann die Kiesschicht eingefüllt, und bei einer Fundamentplatte die Bewehrung eingebracht werden. Nun folgt das Mischen des Betons, wobei Sie immer auf die Herstellerangaben bezüglich des Mischungsverhältnisses achten sollten. Im Anschluss kann die Grube mit dem Beton ausgegossen werden, wobei alle Hohlräume ausgefüllt sein sollten.

Damit eingegossene Luftbläschen entweichen können, sollten Sie mit einem Spaten auf die Betonmasse klopfen, um diese zu verdichten. Dies trägt zur Langlebigkeit des Fundaments bei.

Ein bis zwei Tage werden nun benötigt, damit der Beton aushärten kann. Bis zur vollen Belastbarkeit des neuen Fundaments dauert es rund 2 bis 3 Wochen, beachten Sie auch dazu die Herstellerangaben auf dem Zement. Um den frischen Beton vor Regen etc. zu schützen, decken Sie das Fundament am besten mit einer Plane ab. Bei großer Hitze kann es notwendig sein, etwas Wasser nachzugießen, damit sich keine Risse im Beton bilden.

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