VSG vs. ESG – Sicherheitsgläser im Schnellcheck

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sicherheitsglas vsg steda

Da in der modernen Architektur große Glasflächen immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist die Frage nach der Sicherheit nicht weit. An Glasprodukte werden höhere Anforderungen gestellt, auch was den Schutz betrifft.

Scheiben aus Sicherheitsglas weisen besondere Sicherheitsmerkmale auf. Das heißt allerdings nicht, dass Sicherheitsgläser niemals zerbrechen, sie tun es nur mit weniger Verletzungsrisiko als „normale“ Sicherheitsgläser.

VSG? ESG? Wo liegt der Unterschied? Wir erklären es Ihnen in diesem Artikel.

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)

Definition:

Hier eine kurze Definition, was ESG eigentlich genau ist.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine einzige, wärmebehandelte Scheibe. Diese Art der Wärmebehandlung, wenn das Glas während der Verarbeitung erhitzt und dann schlagartig abgekühlt wird, nennt man „thermisches Vorspannen“. Manchmal wird auch chemisches Vorspannen eingesetzt. Bedingt durch diese spezielle Spannung muss das ESG vor der Behandlung geschliffen und zugeschnitten werden, nachträglich ist das nicht mehr möglich. Dies gilt auch für Ätzen oder Sandstrahlen.

Eigenschaften:

Zu den besonderen Eigenschaften von ESG zählt die erhöhte Stoß- und Schlagfestigkeit, außerdem ist es unempfindlich gegenüber Temperaturunterschieden. Eine weitere Eigenschaft, die ESG von normalem Flachglas unterscheidet, ist seine erhöhte Biegebruchfestigkeit. Wenn Einscheibensicherheitsglas dennoch zu Bruch geht, dann löst sich die gesamte Scheibe in kleine, stumpfe Krümel auf, welche die Verletzungsgefahr erheblich minimieren. Durch den Prozess des Vorspannens kann sich ESG-Glas manchmal ein wenig wellen, was die Qualität normalerweise nicht schmälert.

ESG-Glas ist perfekt für die Herstellung von Isoliergläser, auch für größere Flächen. Häufig wird das ESG-Glas auch für Siebdruck verwendet, da auch hier mit hohen Temperaturen gearbeitet wird, mit denen die Farbe eingebrannt wird.

Zu erkennen ist ESG-Glas an der vorgeschriebenen Kennzeichnung in zumindest einer Ecke.

Vor- und Nachteile:

Vorteile:

  • Übersteht große Temperaturwechsel problemlos
  • Hält einiges an Stößen und Schlägen aus
  • Erhöhte Biegebruchfestigkeit (eine 4 mm-Scheibe kann einen Mann tragen),
  • zerbricht in kleine Krümel, an denen man sich nicht verletzt

Nachteile:

  • Nachträgliche Bearbeitung ist nicht möglich,
  • durch die Spannung ist das Glas an den Rändern empfindlicher,
  • ein kleiner Schaden kann eine ganze Scheibe zerstören

Einsatzgebiete:

Im Innenbereich: Glastüren, Glastischplatten, Schiebetüren, Treppengeländer, Duschkabinen, Trennwände im Gastrobereich etc.

Im Außenbereich: Isolierverglasungen, Autoseitenscheiben, Gläser über Alarmknöpfen, Terrassen- und Balkonverglasung, Verglasung in Sporthallen etc.

Verbundsicherheitsglas (VSG)

Definition:

Hier zuerst eine kurze Definition, worum es sich bei VSG eigentlich genau handelt.

Bei diesem Sicherheitsglas werden mindestens zwei Scheiben aus Floatglas, Einscheibensicherheitsglas, teilvorgespanntes Glas oder Kombinationen daraus miteinander verbunden. Zwischen den Glasscheiben befinden sich Lagen aus reißfesten, transparenten Kunststofffolien. Folien und Glas werden unter dem Einsatz von Druck und Hitze zu einer Einheit verschmolzen und ist sehr bruchsicher. Sollte das Glas dennoch zu Bruch gehen, hält die Folie die Splitter zusammen, und bleibt dabei selbst intakt. Die Verletzungsgefahr ist also äußerst gering. Außerdem bleibt die Resttragefähigkeit trotz des Schadens erhalten.

Eigenschaften:

Wenn die VSG-Scheibe dicker ist, nimmt die Lichtdurchlässigkeit ab auf bis zu 60 %. Da Floatglas eine grüne Eigenfarbe hat, wird diese mit zunehmender Dichte stärker wahrnehmbar. Deshalb wird bei dickeren Scheiben eher zu Weißglas gegriffen, obwohl die Farbe keine Schmälerung der Qualität darstellt. Je mehr Scheiben miteinander verbunden werden, desto höher ist die Widerstandskraft. Ab 25 cm wird von Panzerglas gesprochen.

VSG-Scheiben haben außerdem eine hohe Schalldämmung.

Vor- und Nachteile:

Vorteile:

  • Einbruchschutz durch die Folie – interessant vor allem bei Juwelieren, Banken etc.
  • Wirkt schalldämmend
  • Resttragfähigkeit macht Nutzung auch für begehbare Flächen möglich
  • Durchschusshemmend (je nach Dicke)
  • Sprengwirkungshemmend (je nach Dicke)

Nachteile:

  • Hohes Gewicht

Einsatzgebiet:

Vor allem für Orte, wo herabstürzende Glassplitter Verletzungen verursachen können, eignet sich das VSG.

Beispiele für die Verwendung sind begehbares Glas bei Aussichtsplattformen, Aufzüge etc., Frontscheiben von Autos, Glasdächer von Wintergärten und Terrassenüberdachungen, Schalterverglasungen, Glasvordächer etc.

Fazit bei VSG vs. ESG

Wie Sie sehen, sind beim Verbundsicherheitsglas kaum Nachteile zu nennen, dafür kann es mit großer Sicherheit aufgrund der mitverarbeiteten Folien aufwarten. Beim Wintergarten oder bei der Terrassenüberdachung zu Hause werden Sie diese Funktion garantiert zu schätzen wissen, sollte jemals ein Schaden passieren. Je nachdem, in welcher Dicke das Glas eingesetzt wird, kann es sogar Sprengstoffdetonationen abhalten, und ist schusssicher. Die Glaselemente bei den Bausätzen für Terrassenüberdachungen von steda sind allesamt aus VSG – Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen!

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