Witterungsbeständigkeit von Terrassenüberdachungen

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Terrassenüberdachungen schützen Mensch, Terrasse und Objekte auf der Terrasse vor Wind- und Wettereinflüssen. Da eine Terrassenüberdachung einen dauerhaft fest installierten Anbau oder freistehenden Bau darstellt, ist sie selbst permanent Klima-, Wetter- und Umwelteinflüssen ausgesetzt. So ist es sehr wichtig, dass das Gebilde eine hohe Beständigkeit und Resistenz gegen bestimmte Umwelteinflüsse aufweist, damit sie über eine lange Lebensdauer verfügt, sicher Schutz bieten kann und ihre Attraktivität beibehält. Das steht in Abhängigkeit zur Konstruktion sowie geeigneten Materialien für den Unterbau und für das Dach, einschließlich ihrer Beschaffenheit und Verarbeitung.

Konstruktive Unbeugsamkeit bei Wettereinflüssen

Aufhängungen müssen verschiedenen Witterungen wie Regenzeiten, Trockenzeiten, Hitzezeiten, eisigen Kältezeiten oder Frostperioden im Winter, Klimaschwankungen sowie jeglichen Wetterelementen wie Wind, Sturm, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Temperaturen, Regen, Graupel, Hagel, Schnee oder Frost und auch Umwelteinflüssen wie Sonnenlicht, UV-Strahlen, Feuchtigkeit, Emissionen, salzhaltige Luft (z.B. am Meer), Schädlingen, Pilzen und Schimmel standhalten. Bereits die Konstruktion muss über eine optimale Beschaffenheit verfügen, sodass sie Wind, Stürmen, Regenwasser und Schneelasten widerstehen kann.

Um eine hohe Unbeugsamkeit der Konstruktion gegen die verschiedenen Wettereinflüsse zu erreichen, bedarf es einer entsprechend hohen Standfestigkeit, die durch ein passendes und gut angelegtes Fundament unter den tragenden Teilen, eine optimale Anzahl und Positionierung von Pfosten und Stützen, einen stabilen Anbau an einer belastbaren Wand und eine exakt berechnete Statik erreicht wird. Selbstverständlich müssen auch die Verbindungen zwischen den einzelnen Bestandteilen der Konstruktion über eine hohe Qualität und kompatible Konzeption verfügen sowie fachgerecht installiert werden. Hochwertige und innovative Konstruktionen integrieren in der Regel intelligente Verbindungssysteme, die auch das Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz verhindern.

Wasser und Schnee können auf einer Überdachung extrem hohe Gewichte und Lasten erzeugen. Damit sie nicht unter angestautem Regenwasser, Schmelzwasser und dicken Schneeschichten zusammenbricht, sollte eine auf die Konstruktion abgestimmte Dachneigung und Dachform einkalkuliert werden. Der Niederschlag kann so ohne ein Zutun ordentlich abfließen. Des Weiteren muss jedes Modell über eine bestimmte Tragfähigkeit bei anfallenden Schneelasten verfügen. Die vorgeschriebenen Schneelastgrenzen variieren in Abhängigkeit von den verschiedenen regionalen Wetterbedingungen sowie topografischen Höhen und definieren, wie viel Kilogramm Schnee ein Quadratmeter die Dachfläche tragen muss. In Deutschland gibt es die regionalen Schneelastzonen 1, 1a, 2, 2a und 3. Eine Traglast von 125 kg Schnee pro Quadratmeter ist bei vielen Modellen weit verbreitet. Ist eine höhere Belastungsfähigkeit, wie z.B. eine Schneelast von 200 kg pro m² erforderlich, können Konstruktionen häufig aufgerüstet und verstärkt werden, um die Unerschütterlichkeit in diesem Zusammenhang zu gewährleisten.

Zuverlässigkeit von den verwendeten Materialien der Unterkonstruktion

Überdachungen für Terrassen werden aus verschiedenen Materialien wie Holz, Aluminium und Stahl konstruiert. Jeder dieser Werkstoffe zeigt gegenüber Wetter-, Klima- und Umwelteinflüssen eine bestimmte Reaktion. Damit sie bei sämtlichen Witterungserscheinungen dauerhaft standhaft bleibt, bedarf es einer entsprechenden Eignung, Verarbeitung oder auch Pflege des Materials.

Für Konstruktionen aus Holz sind vor allem die widerstandsfähigen Nadelholzarten Fichte, Kiefer, Lärche aus nordischen oder heimischen Regionen sowie auch die nordamerikanische Douglasie geeignet. Holzkonstruktionen zeigen sich äußerst stabil und erweisen sich gegenüber hohen Schneelasten bis zu 250 kg pro m² sehr beständig. Der in der Natur gewachsene Rohstoff Holz reagiert jedoch auf Einflüsse wie Regen, Schnee, Feuchtigkeit, Sonnenstrahlen, UV-Strahlen, Temperaturen, Insekten, Pilzbefall und Schimmel. Während Feuchtigkeit und Strahlung das Holz ergrauen und verwittern lässt, bauen Pilze und Insekten das Material stetig bis zur vollkommenen Zerstörung ab.

Doch dies kann verhindert werden. Eine hohe Kontinuität gegenüber Wettereinflüssen wird durch entsprechende Imprägnierungen, Schutzlasuren, Holzschutzöle und spezielle UV-Schutz-Mittel erreicht. Der Schutz muss regelmäßig erneuert und aufgefrischt werden, damit die Widerstandsfähigkeit des Holzes gewahrt bleibt. Holz ist aufgrund der Klimaeinwirkungen stets in Bewegung, sodass es aufquellen und auch schwinden kann. Es besitzt hygroskopische Eigenschaften, das heißt, Holz kann die Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und sie auch wieder abgeben. Durch diese Prozesse können unter anderem Risse im Holz entstehen. Um Rissbildungen sowie auch Schwindungen zu vermeiden, wird für die Konstruktion sehr häufig Holz in Form von Brettschichtholz (Leimholz) verwendet. Dabei handelt es sich um mehrere getrocknete Holzschichten, die zu einem Stück zusammengeleimt werden.

Die Werkstoffe Aluminium und Stahl beweisen im Gegensatz zu Holz eine ausgezeichnete Beharrlichkeit und reagieren kaum auf Einflüsse wie Regen, Feuchtigkeit, Frost oder Wind und auf Schädlinge, Pilze oder Schimmel überhaupt nicht. Allerdings sind die Metalle vor Rost und Korrosion nicht gefeit und bedürfen ebenso einer Schutzbehandlung wie Holz, nur in einer anderen Art und Weise.

Die Aluminiumprofile müssen einer speziellen Oberflächenbehandlung wie der Pulverbeschichtung unterzogen werden, damit sie gegen Korrosion resistent sind. In Gebieten, in denen die Luft über einen hohen Salzgehalt (z.B. in Küstennähe) und einen hohen Chlorgehalt (z.B. in Schwimmbadnähe) verfügt oder starken Emissionen (Verkehr und Industrie) ausgesetzt sind, müssen Konstruktionen aus pulverbeschichtetem Aluminium vorher mit einer Voranodisation (Aneloxal-Verfahren) vorbehandelt werden, da sonst unter diesen Einflüssen eine Filiformkorrosion entstehen kann. Aluminium ist ein leichtes Metall, weswegen die Bauteile zum Tragen hoher Lasten wie Schnee einer äußerst massiven, dicken und kräftigen Beschaffenheit bedürfen. Andernfalls kann sich die Konstruktion verbiegen oder sogar brechen.

Stahl kann Rost ansetzen und muss auch zum Schutz vor Korrosion mit einer Schutzschicht überzogen werden damit das Gebilde über eine gute Witterungsbeständigkeit verfügt. In der Regel wird das Metall mit einer Zinkschicht überzogen oder mit einer Aluminium-Zink-Beschichtung ausgestattet. Anders verhält sich rostfreier Edelstahl. Modelle aus diesem Material sind zwar deutlich höher im Preis, jedoch ist hochwertiger Edelstahl von Grund auf korrosionsbeständig sowie rostbeständig und bedarf keiner Schutzbehandlung. Es ist darauf zu achten, dass auch die Verbindungsstücke bei Stahlkonstruktionen aus kompatiblen Materialien bestehen. Entsprechend präpariert, erweist sich Stahl als das stabilste und robusteste Material, das jedem Wetter trotzt und ohne Probleme hohe Lasten trägt.

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Beständigkeit gegen Wind und Wetter

Auf die Dacheindeckung muss hinsichtlich Festigkeit besonders achtgegeben werden, denn vor allem Niederschlag wie Regen, Schnee und Hagel kann verheerende Auswirkungen haben. Die Eindeckung des Daches kann aus verschiedenen Obermaterialien in unterschiedlichen Formen bestehen. Unterschieden wird, unter anderem zwischen lichtdurchlässigen Eindeckungen wie Glas oder Kunststoffe und lichtundurchlässigen Materialien wie Ziegel, Bitumenschindeln oder Platten aus Holz und Metall.

Sehr beliebt und weit verbreitet sind vor allem lichtdurchlässige Obermaterialien, da sie willkommenes Sonnenlicht durchscheinen lassen und dahinterliegende Räume nicht wesentlich verdunkeln. Glaseindeckungen bestehen in der Regel aus Verbundsicherheitsglas (VSG) oder Verbundsicherheitsglas aus teilvorgespanntem Glas (TVG), da diese über eine hohe Stabilität und Sicherheit verfügen. Wichtig ist, dass das Glas unter Einwirkungen wie Platzregen, Hagel, Schneelasten, Temperaturschwankungen oder extremen Temperaturen nicht brechen kann und falls es doch vorkommt, dass ein Durchbruch verhindert wird, Bruchstücke oder Splitter gebunden werden und eine Verletzungsgefahr reduziert wird. Dafür sorgen Folien, die zwischen den stabilen Scheiben eingeklebt sind. Hochwertige Eindeckungen aus VSG sind speziell dafür konzipiert und verfügen über eine zuverlässige Unbeugsamkeit, jedoch ist ein gewisses Risiko des Bruchs unter extremen Bedingungen oder Einschlägen nicht auszuschließen.

Lichtdurchlässige Kunststoffeindeckungen werden häufig aus Acrylglas, Polykarbonat oder PVC gefertigt und in Form von Massivscheiben, ebenen Platten, Wellplatten, Trapezplatten oder Stegplatten (Hohlkammerplatten) verwendet. Sowohl die Beschaffenheit des Materials als auch die Formen zeichnen sich durch eine hohe Bruchfestigkeit oder Unzerbrechlichkeit, UV-Beständigkeit, Witterungsbeständigkeit, extreme Schlagzähigkeit, Hagelfestigkeit und Temperaturbeständigkeit aus. Doppelstegplatten oder Mehrfachstegplatten verfügen durch ihre Hohlkammerstruktur über eine besonders hohe Steifigkeit und sehr gute Wärmedämmung. Oftmals sind hochwertige Kunststoffeindeckungen auf der Wetterseite mit einer speziellen Oberflächenvergütung (Oberflächenveredelung) versehen, die für einen zusätzlichen Schutz z.B. vor UV-Strahlen, vor Verschleißerscheinungen, zur Resistenz gegen Verschmutzungen und eine langjährige Standhaftigkeit sorgt.

Die Eindeckung kann je nach Unterkonstruktion, Stil und Dachform auch aus Holzplatten, Ziegeln, Schiefer oder korrosionsbeständigen Aluminiumplatten in Form von Trapezblechen bestehen. Diese Werkstoffe lassen zwar kein Licht durch, stellen jedoch entsprechend verarbeitet durch ihre Beschaffenheit eine hohe Stabilität, Robustheit, UV-Schutz und gute Wetterbeständigkeit dar. Bitumen in Form von Schindeln oder Dachpappe werden, wenn sie dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind, durch Oxidation mit der Zeit rissig und spröde. Hat die Überdachung kein oder nur geringes Gefälle, staut sich Niederschlagswasser an, was den Abbau des Bitumens beschleunigt. Schädlich zeigt sich angestautes Wasser in den Nass-Trockenperioden im Sommer sowie die Frost- und Eisbildung in den Wintermonaten. Ist die Bitumeneindeckung beschädigt, stellt sie keinen ausreichenden Schutz mehr dar. Die Bitumenschindeln beweisen eine hohe Hartnäckigkeit, wenn sie mit einem entsprechenden Oberflächenschutzsystem ausgestattet oder in der Substanz mit schützenden Kunststoffen und Komponenten verbunden sind.

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