Zaun einbetonieren: So muss das!

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Wenn Sie sich einen neuen Gartenzaun anschaffen, müssen Sie sich Gedanken über die Befestigung der Zaunpfosten machen. Für leichte und niedrige Zäune eignen sich oft unkomplizierte Bodeneinschlaghülsen. Doch handelt es sich um etwas schwerere oder höhere Zaunelemente, müssen sie Betonfundamente für die Stabilität vorsehen.

Tatsächlich bereitet die Herstellung des Fundaments und die Montage der Pfosten so manchem Heimwerker Kopfzerbrechen. Dieser Beitrag erläutert, wie Sie einen Zaunpfosten richtig einbetonieren und am Ende einen schönen, gebratenen Zaun ihrer Eigen nennen.

Wann betoniert man einen Zaun ein?

Müssen Zäune Windlasten aushalten, kommen Sie um ein Betonfundament nicht herum. Das gilt auch für relativ leichte und niedrige Zaunelement in geschlossener Bauweise. Sobald eine geschlossene Angriffsfläche gegeben ist, sollten Sie aus Vorsichtsgründen für eine sichere Befestigung sorgen.

Außerdem gilt: Grundsätzlich sind für Zäune ab 100 Zentimeter Höhe Betonfundamente zu empfehlen, auch bei leichten Maschendrahtzäunen, die relativ wenig Windwiderstand aufweisen.

Wann können Zaunpfosten ohne Beton gesetzt werden?

Die Pfosten für leichte Holzzäune von geringer Höhe können Sie mit Bodeneinschlaghülsen ohne Fundamente setzen. Auch bei niedrigen Maschendraht- und Metallzäunen können Sie die Pfosten durch simples Einschlagen in den anstehenden Boden völlig ohne Betonfundament aufstellen.

Voraussetzung für beide Varianten ist, dass der Boden dieses Vorgehen zulässt. Dazu muss er einerseits weich genug sein, um das Eintreiben der Pfosten zu ermöglichen. Andererseits darf er nicht zu weich sein, denn die Pfosten müssen auf jeden Fall sicher und stabil stehen.

Ist das nicht einwandfrei gegeben, benötigen Sie ein Betonfundament. Wer bei der Stabilität der Pfosten nicht sorgfältig arbeitet, läuft Gefahr, dass der Zaun beim nächsten Unwetter oder bei der nächsten heftigen Belastung aus der Flucht kippt oder umfällt.

Holz oder Metall? Das Material bestimmt über die Technik.

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen können, müssen wir klären, ob es sich bei dem Pfosten um Holz oder Metall handelt. Metallpfosten sind recht unkompliziert in der Handhabung, bei Holz brauchen Sie etwas mehr handwerkliches Geschick. Haben Sie wenig Erfahrung, sollten Sie nach Möglichkeit die für Sie einfachste Variante wählen.

Im Prinzip ist das Zaunsetzen kein Problem, doch für Anfänger stellen sich gleich mehrere Fragen:

  • Wie tief und wie groß müssen die Löcher für die Fundamente sein?
  • Womit hebe ich die Löcher am besten aus?
  • Welcher Beton eignet sich für meine Pfosten?
  • Wie viel Zeit muss ich einplanen, bis ich die Zaunelemente an die Pfosten montieren kann?

Um einen lotrecht ausgerichteten Zaun zu erhalten, der zudem in der gewünschten Flucht steht, brauchen Sie diverse Werkzeuge. Legen Sie für die Pfostenmontage diese Dinge bereit:

  • Zaunpfosten und ggf. Stützschuhe (für Holzpfosten)
  • Befestigungsmaterial für Stützschuhe
  • Maßband
  • Spaten
  • Schaufel/Erdbohrer
  • Richtschnur
  • Pinne oder Sprühfarbe
  • Wasserwaage, Schlauchwaage
  • Zwingen oder Kabelbinder
  • Konstruktionsholz/Holzlatten 6 x 6 Zentimeter zum Ausrichten von Metallpfosten
  • Baueimer zum Anmischen des Betons
  • Metall oder Holzstück zum Stochern im Beton
  • Rührwerk
  • Maurerkelle
  • Winkelschleifer für Metallpfosten oder Säge für Holzpfosten

Zaun Einbetonieren Schritt für Schritt erklärt

1.      Einmessen und markieren des Zaunverlaufs

Einmessen und markieren des Zaunverlaufs

Zuerst markieren Sie die Endpunkte bzw. die Eckpunkte des Zaunverlaufs. Falls er Zaun über Eck läuft, müssen Sie zuerst die Eckpfosten fixieren und von dort aus die Position aller anderen Pfosten einmessen bzw. festlegen. Der Abstand der Pfosten hängt von den Maßen der Zaunelemente und der Bauart des Zauns ab.

Hier halten Sie sich unbedingt an die Hersteller-Vorgaben. Befreien Sie den Korridor, in dem der Zaun aufgebaut werden soll, von Pflanzen und anderem Aufwuchs. Entfernen Sie Steine und andere störende Elemente. Nur so können Sie sich frei bewegen. Den Verlauf können Sie mithilfe einer Richtschnur festlegen.

Haben Sie den Verlauf markiert und die Position der Löcher für die Fundamente mittels Pinnen oder Sprühfarbe festgelegt, geht es ans Ausheben.

2.      Löcher aushebenZaun einbetonieren - Löcher ausheben

Als Faustregel gilt: ein Loch ist 20 bis 30 Zentimeter breiter als der Durchmesser des Pfosten. Das bedeutet also bei einem Vierkant-Metallpfosten mit 5 Zentimeter Seitenlänge, dass  der gesamte Durchmesser des Fundaments 25 bis 35 Zentimeter beträgt.

Sorgen Sie für eine frostfreie Gründung. Das heißt für gewöhnlich, dass die Löcher 80 Zentimeter tief sind. In Höhenlagen kann die frostfreie Gründung schon einmal 150 Zentimeter betragen. Nutzen Sie zum Ausheben entweder einen Spaten, eine Schaufel oder einen Erdbohrer.

Der Erdbohrer ist die einfachste Möglichkeit, denn er bringt schnell das gewünschte Ergebnis.

3.      Pfosten auf passende Länge kürzen

Pfosten auf passende Länge kürzen

Bei einem Zaun der Marke Eigenbau müssen Sie die Pfosten auf die richtige Länge kürzen. Die korrekte Höhe der Pfosten legen Sie mithilfe der Schlauchwaage fest. Bei einem Metallpfosten kürzen Sie mit dem Winkelschleifer, bei einem Holzpfosten nutzen Sie die Säge.

Ein abgeschnittenes Metallrohr können Sie verzinken, aber es ist im Prinzip nicht nötig: Beim Einbetonieren lässt sich das Ende des Metallrohrs mit dem Beton luftdicht verschließen, sodass es gegen Rost geschützt ist.

Wenn Sie aber das Metallrohr nach unten offen auf das Kiesbett stellen, damit das Wasser, welches sich eventuell im Rohr sammeln kann, in die Drainage abfließt, dann ist Verzinken zu empfehlen.

Bis zu dieser Stelle gleichen sich die Arbeiten für Metallpfosten und für Holzpfosten. Ab jetzt unterscheiden sich die folgenden Schritte. Wenn Sie einen Metallpfosten einbetonieren wollen, lesen Sie Punt 4.

Wollen sie einen Holzpfosten mit Betonfundament versehen, lesen sie Punkt 5.

4a.      Metallpfosten ein betonieren

Zaunpfosten einbetonieren

Füllen Sie den Boden mit grobem Kies und stampfen Sie ihn fest. Stellen Sie den Zaunpfosten auf die Kiesschicht und richten Sie ihn mit der Wasserwaage aus. Nun fixieren Sie den Pfosten. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Konstruieren Sie aus drei Holzlatten eine zeltartige Vorrichtungen, mit der Sie den Pfosten fixieren. Alternativ können Sie ein Konstruktionsholz mit Schraubzwingen oder Kabelbindern an dem Pfosten befestigen und es so im Erdreich verspreizen, dass der Pfosten aufrecht stehen bleibt. Entscheidend ist, den Pfosten allseitig senkrecht auszurichten. Wichtig: Beachten Sie beim Ausrichten des Pfostens, dass die Höhe stimmt und dieser in der Flucht stehen bleibt. Das erfordert etwas Geduld!
  • Mischen Sie den Beton an und verfüllen Sie ihn.
  • Während des Einfüllens stochern Sie mit einem Metallstab in den frischen Beton, um Lufteinschlüsse zu entfernen.
  • Verdichten Sie den Beton, indem Sie mit einem Spaten auf die Oberfläche klopfen.
  • Ziehen Sie die Oberfläche mit einer Maurerkelle ab.

Je nachdem, welchen Beton sie gewählt haben, dauert das Aushärten einige Stunden bis Tage.

4b.     Fundament für Holzpfosten herstellen

Fundament für Holzpfosten

Wenn Sie Holzpfosten in Beton setzen wollen, brauchen sie eine entsprechende Halterung. Sie können entweder Pfostenträger zum Einbetonieren oder Pfostenträger zum Aufschrauben wählen.

  • Entscheiden Sie sich für einen Pfostenträger zum Einbetonieren, können Sie den langen Sporn des Stützschuhs direkt in die Betonmasse drücken. Sie müssen den Pfostenträger sofort ausrichten, da nach dem Aushärten keine Möglichkeit mehr dazu besteht. Das geschieht, indem Sie mit dem Konstruktionsholz eine in Waage ausgerichtet Unterlage unterhalb des Stützschuhs herstellen. Die Hölzer liegen auf dem umgebenden Boden auf, ohne mit dem Beton in Berührung zu kommen. Es gibt auch verstellbare Pfostenträger, die nach dem Aushärten des Betons geringfügige Korrekturen zulassen.
  • Wählen Sie einen Pfostenträger zum Aufschrauben, befestigen Sie diesen, nachdem Sie das Fundament hergestellt haben und dieses komplett ausgehärtet ist.

Bei beiden Varianten ist es bedeutsam, dass das Holz Abstand zum Boden aufweist. Andernfalls kann es geschehen, dass sich Feuchtigkeit unter dem Pfosten ansammelt und dieser rasch verrottet.

Tipp: Bei einem Sichtschutzzaun können Sie zur Stabilisierung einen Trick anwenden. Setzen Sie ans Ende des Zauns ein schmales Rankgitter von 80 Zentimeter Breite im rechten Winkel zum Zaun. Es gibt der Konstruktion zusätzlich Stabilität und sieht zudem hübsch aus – So muss das!

 

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