Carport selber bauen – So wird’s gemacht!

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Ein Carport selber bauen, stellt eine hohe Kostenersparnis dar, da der Aufbau durch professionelle Handwerker oder Baufirmen in der Regel sehr teuer ist. Besitzen die künftigen Besitzer eines Autorastplatzes etwas handwerkliches Geschick und Bekannte, die beim Aufbau helfen können, ist es möglich, sein Gebilde ohne die Inanspruchnahme eines handwerklichen Dienstleisters sehr leicht aufzubauen. Damit das Bauvorhaben erfolgreich und ohne Komplikationen gelingt, ist es notwendig sich gründlich zu informieren, sorgfältig zu planen, entscheidende Aspekte zu berücksichtigen und sich gut vorzubereiten.

Planung – was es grundsätzlich zu beachten gilt

Das Modellspektrum von Bauwerken ist sehr vielseitig und zeigt verschiedene Konstruktionen. So gibt es beispielsweise Einzel- und Doppelcarports, Anbaumodelle und freistehende Modelle, Autostellplätze mit integriertem Abstellraum sowie verschiedene Materialien, Designs, Dachformen, Eindeckungen und technische Details wie Solaranlagen. Ein Gebilde selbst zu entwerfen und zu bauen ist ohne fachliche Kompetenzen schwierig, denn die Architektur und Statik muss technisch sicher sowie einwandfrei sein und sollte gegebenenfalls von zugelassenen Architekten oder Statikern geprüft werden. Der Aufwand ist jedoch nicht notwendig. Hersteller bieten ihre Modelle, für das sehr häufig genutzte Projekt des selbstständigen Konstruierens, in fertigen Bausätzen mit umfassender Bauanleitung an und gewährleisten die statische Korrektheit und Standsicherheit. Für die Selbstmontage an sich oder Montageleistungen übernehmen die Hersteller keine Garantien, jedoch für das Produkt.

Vor der Anschaffung ist zunächst zu prüfen, ob ein Bauantrag für eine Baugenehmigung oder eine Bauanzeige gestellt werden muss. Da die baurechtlichen Vorschriften in den Landesbauordnungen der Bundesländer unterschiedlich geregelt sind, ist es nützlich die Vorschriften der betreffenden Landesbauordnung zu kennen, den Bebauungsplan zu studieren, sich bei der zuständigen Baubehörde zu erkundigen und gegebenenfalls eine Bauanfrage zu stellen. Soll ein Konzept an der Grundstücksgrenze aufgebaut werden, sollten auch die Nachbarn über das Vorhaben informiert werden, selbst wenn deren Zustimmung nicht benötigt wird.

Einen neuen Unterstellplatz selber bauen, bedeutet auch, sich bereits bei der Planung über den gesamten Aufbauvorgang, etwaige Schwierigkeiten und über mögliche Problematiken zu informieren. Dazu gehört das Ausmessen und Legen eines soliden Fundamentes. Ein Rastplatz muss allen Wetterbedingungen und auch Bodenverhältnissen standhalten. Die Pfosten einfach nur in die Erde stecken, reicht nicht aus, da sich die Anfertigung durch die Erdbewegungen verschiebt, das Holz im Boden verrottet und der Unterstand letztlich zusammenbricht. Andererseits ist auch das Aufreißen des gesamten Bodens für ein aufwendiges Fundament nicht notwendig. In der Regel werden für die Standpfosten Punktfundamente angelegt. Soll der Bau aber eine feste Bodenplatte erhalten, ist ein Streifenfundament sinnvoll.

Bei der Wahl der Dachform ist stets zu berücksichtigen, dass Wasser und Schnee abfließen müssen. Fällt die Entscheidung auf ein Flachdach, muss ein Dachgefälle von mindestens 10 Prozent einkalkuliert werden. Runddächer, Walmdächer oder Satteldächer haben dieses Problem nicht. Wer ein Gebilde selber erschaffen will und mit grüner Vegetation bepflanzen möchte, sollte fachliche Unterstützung einholen, da sich bei Regen und Schnee die Traglast pro Quadratmeter beträchtlich erhöht und das gewünschte Modell angepasst oder zusätzlich verstärkt werden muss. Des Weiteren sollte bei der Platzierung, der Planung des Daches und eventueller Seitenwände, die Wetterseite berücksichtigt werden. Die Wetterseite ist die dem „schlechten“ Wetter zugeneigte Seite, von der verstärkt Wind und Niederschläge strömen. In Deutschland ist dies überwiegend die Nordwestseite. Da ein Komplex vor schlechten Wetterbedingungen schützen soll, sollte der Unterstand so platziert, konstruiert und aufgebaut sein, dass das Auto weitestgehend von der Wetterseite abgeschirmt ist.

Eine gründliche Vorbereitung

Wer einen Autorastplatz selber bauen möchte, muss gut vorbereitet sein. Als Erstes ist genau zu prüfen, welche Teile im Lieferumfang enthalten sind, ob sie vollständig sind und welches Material eventuell zusätzlich organisiert werden muss.

Für das Projekt werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Schaufel und Spaten
  • Winkeleisen, Wasserwaage, Zollstock und Schnur
  • Schraubzwinge
  • Hammer
  • Kreuzschlitzschraubendreher, kräftiger Akkuschrauber
  • Schraubenschlüssel
  • Handkreissäge, eventuell auch Kappsäge
  • Sägeblätter (bei Bedarf in verschiedenen Größen)
  • Fuchsschwanz, Eisensäge
  • Bohrmaschine und hochwertige Bohrer (Holz/Metall) verschiedener Größenordnungen
  • Flachzange, Kombizange
  • Keile und kleine Bretter
  • Stampfer zum Verdichten des Bodens (bei Bedarf)
  • Leitern

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Ein Bauwerk errichten, bedeutet auch ein entsprechendes Fundament legen, das bereits vor dem eigentlichen Aufbau erfolgt. Für ein herkömmliches Modell, das auf Pfosten steht, reicht es aus, wenn ein Punktfundament angelegt wird. An den Stellen, an denen die tragenden Pfosten später stehen sollen, werden Löcher im Format 40 cm x 40 cm mit einer frostsicheren Tiefe von mindestens 80 Zentimetern ausgehoben. Die Gründung von 80 Zentimetern stellt sicher, dass der Beton durch Frost nicht zerstört wird. Häufig werden die Wände in dem Loch mit Holzbrettern ausgelegt, die als Schalung dienen, damit sich der Beton nicht mit dem Erdreich verbinden kann. Die Löcher werden mit Beton gefüllt. Anstatt der Holzverschalung können auch entsprechend große Polyethylen-Rohre (PE-Rohre) eingesetzt werden, die ebenfalls mit Beton gefüllt werden. In den noch frischen Beton werden U-förmige oder H-förmige Pfostenträger eingesetzt, auf denen die Pfosten später eingesetzt werden. Die Pfostenträger befinden sich über dem Boden, wodurch die Pfosten nicht mit der Erde in Berührung kommen. Das ist besonders für Holzpfosten wichtig. Der Beton muss vollständig austrocknen, bevor mit dem Aufbau begonnen werden kann. Die Zeit der Trocknung beträgt mindestens 2 Tage und kann bis zu 14 Tage andauern.

Wer einen Holz Konstrukt selber bauen möchte und einen fertigen Bausatz verwendet, sollte vor dem Aufbau prüfen, ob das Holz noch roh oder schon vorbehandelt ist. Viele Fertigbausätze enthalten unbehandeltes Holz. In diesem Fall muss das Holz bereits vor dem Aufbau mit einem passenden Blauschutzgrund zum Schutz vor Bläuepilze und anschließend zweimal mit einer hochwertigen Lasur in gewünschter Farbe bestrichen werden. Abschließend wird das Holz einmal mit einem UV-Filter bestrichen. Wird das unbehandelte Holz erst nach dem Aufbau mit Pflege- und Schutzmitteln gestrichen, sind nicht mehr alle Stellen zugänglich und das Holz ist schon vor und während des Aufbaus den Umwelteinflüssen ausgesetzt und ungeschützt.

Ist die Vorbereitung rundum abgeschlossen, kann mit dem Aufbau begonnen werden. Dazu wird mindestens ein Helfer benötigt. Die Bauanleitungen sind oft von Modell zu Modell unterschiedlich, jedoch in der Regel leicht verständlich und anwenderfreundlich konzipiert.

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