Leimholzbogen – kann man das selber machen?

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Ein Leimholzbogen ist ein aus mehreren Holzlamellen zusammengesetzter, verleimter und in Form gepresster Holzbogen. Leimholzbögen werden beispielsweise für Rosenbögen, Bogenbrücken, Pergolen oder für die Kufen von Schaukelstühlen und den Bau von Möbeln benötigt. Versierte Hobbyheimwerker können ihn auch selber bauen, wenn sie über das entsprechende Material und die Werkzeuge dazu verfügen.

Was benötigt ein Hobbyhandwerker für einen Leimholzbogen?

Da Du für Deinen Bogen aus Leimholz eine bestimmte Anzahl an dünnen Holzlamellen von maximal 5 Millimetern Dicke zuschneiden musst, benötigst Du dafür eine gute Bandsäge oder Formatkreissäge und Möglichkeiten zum Abrichten, damit die Lamellen schön gleichmäßig werden. Als Holz eignet sich besonders Eichenholz, Eschenholz oder Buchenholz. Das Holz sollte nicht zu trocken sein, damit es beim Biegen nicht bricht. Falls das Holz zu trocken ist, kannst Du die fertig geschnittenen Lamellen für einige Stunden in Wasser einweichen oder mit Wasserdampf formbar machen.

Bandsäge

Danach empfiehlt es sich, die Lamellen zunächst ohne Leim für mindestens 24 Stunden oder besser länger in die vorbereitete Form einzuspannen und trocknen zu lassen. So nimmt das Holz schon einmal die richtige Form an, ist aber immer noch flexibel. Vor dem Ausspannen solltest Du den Scheitelpunkt des Bogens markieren, damit beim Verleimen alles wieder an die richtige Stelle kommt. Zum Einspannen der Hölzer benötigst Du außerdem je nach Länge eine größere Anzahl an Schraubzwingen und Holzklötzchen, die zwischen Schraubzwinge und Lamellen kommen, um das Holz des zukünftigen Bogens nicht zu beschädigen.

Hier erfährst du noch mehr über das Material Leimholz.

Einkaufsliste:

Bandsäge oder Kreissäge
geeignetes Holz wie Leimbinder oder Brettschichtholz
Holzleim
kleiner Farbroller für einen sauberen Leimauftrag
8 bis 10 Schraubzwingen und Holzklötzchen
1 Form für den Bogen
gegebenenfalls Wasser oder Wasserdampf

Welche Formen gibt es für Leimholzbögen?

Für einen einfachen Leimholzbogen genügt eine einfache Form, die Du Dir vorher problemlos selbst zusägen kannst. Dazu reicht ein passendes Brett mit einer Rundung in Form des zukünftigen Leimholzbogens. In der Mitte der Rundung und in bestimmten Abständen bekommt das Brett Löcher, in die später die Schraubzwingen leicht verspannt werden können, ohne das Bogenholz zu beschädigen. Auf der anderen Seiten schützen Klötzchen den Bogen vor Abdrücken. Mit dieser einfachen Form kannst Du leicht einfache Bögen herstellen.

Bei mehrfach gebogenen Holz eignen sich A und B Formen besser, die zu einer A Form noch ein entsprechendes Gegenstück besitzen. Bei dieser Form kommen die zu biegenden Holzlamellen zwischen beide Formen und werden dann fest zusammengepresst. Um sicherzugehen, dass auch die äußerste Lamelle nicht reißt, solltest Du für Dein Projekt immer eine Lamelle mehr zuschneiden und diese ohne zu verleimen an der Außenseite des Bogens mit einspannen. Das hat sich besonders bei Anfängern bewährt, denn falls das Holz reißt, passiert es genau an dieser Lamelle. Dieser zusätzliche Holzstreifen wird deshalb auch als Opferstreifen bezeichnet.

Wie wird das Holz gebogen?

DIY Anleitung: Die fertig gesägten Holzstreifen müssen unbedingt elastisch genug sein, damit sie nicht reißen, das ist für den Erfolg Deines Bogenprojektes sehr wichtig. Schon bei der Auswahl musst Du darauf achten, dass das Holz keine Äste enthält und die Maserung durchgängig stehende Jahresringe aufweist, sonst würde es beim Biegen garantiert reißen. Zu trockenes Holz kannst Du in der Badewanne einweichen oder mit Wasserdampf gefügiger machen, jedoch sollte es bei der Verarbeitung auch nicht zu nass sein, es sei denn Du arbeitest mit wasserfestem Leim. Sei beim Zuschneiden der Lamellen ruhig etwas großzügiger bei der Länge. Die kannst Du nach dem Biegen noch kürzen.

Das Biegen selbst erfolgt von der Stirnseite her. Nachdem die Lamellen sauber verleimt und aufeinandergesetzt hast, legst Du sie in die Form oder auf die Form und befestigst vorsichtig in der Mitte der Stirnseite am Scheitelpunkt eine Schraubzwinge an der Form und am Klötzchen an der anderen Seite, sodass der zukünftige Bogen gut dazwischen liegt. Danach folgen links und rechts die weiteren Schraubzwingen. Auf diese Weise verteilt sich der Druck gleichmäßig bis zu den Enden des Bogens. Mit einem weiteren Klötzchen und einem Gummihammer kannst Du die einzelnen Lamellen in Form bringen, damit der Bogen schön gleichmäßig wird. Am besten wird das Ergebnis, wenn der Bogen eine Woche Zeit hat, zum Trocknen.

Nach dem Trocknen wird der Bogen noch auf die erforderliche Länge zurecht gesägt. Anschließend erfolgen die Feinarbeiten überwiegend mit einfachem Handwerkzeug wie Hobel, Ziehklingen oder Schleifpapier. Damit kannst Du Deinen Bogen glätten und in Form bringen. Ob es sich für Dich als Hobbyhandwerker lohnt, einen Bogen aus Leimholz selbst herzustellen, hängt davon ab, wie gut Deine Hobbywerkstatt ausgestattet ist und wie viel Zeit Du investieren kannst, denn die Prozedur ist schon etwas zeitaufwendig und lohnt sich nur, wenn Du beabsichtigst, mehrere Bögen zu bauen.

Wie viel kostet der Bau eines Bogens im DIY Verfahren?

Kosten Leimholz Bogen

Manchmal ist der Kauf eines fertigen Bogens besser.

Mit einer Bandsäge und dem passenden Sägeblatt kannst Du Material sparen, denn dabei entsteht weniger Verschnitt als bei einer Kreissäge. DIY macht Spaß, sollte aber am Ende nicht viel mehr kosten als ein gekauftes Endprodukt. Der Preis für einen Bogen lässt sich so pauschal nicht ermitteln. Es kommt immer auf das Material und die Größe dabei an. 2 Bögen für eine vier Meter lange Bogenbrücke kosten rund 300 Euro. Kleinere Bögen gibt es schon ab etwa 80 Euro. Andererseits wird es wohl schwierig, in einer Hobbywerkstatt Projekte von 4 Meter Länge zu händeln, ohne an räumliche Grenzen zu stoßen.

Deshalb kommt es zum Schluss immer darauf an zu überlegen, ob es sich wirklich lohnt, die Bögen selber zu bauen oder oder bei einem Händler zu konfigurieren und dort zu bestellen. Dann hast Du die Gewährleistung, dass beim Bau nichts schief geht. Planst Du allerdings Dein Hobby zu erweitern und mehrere Bögen herzustellen, dann lohnt sich der Versuch auf jeden Fall. Die Herstellung der Bögen ist dann auf jeden Fall günstiger, wenn Du das richtige Leimbinder Holz wählst und etwas Routine bei der Verarbeitung gewonnen hast. Der Holzpreis hängt auch von der Nähe eines Händlers ab und diversen Versandkosten. Diese können regional sehr verschieden ausfallen. Ideal ist es, wenn Du einen Händler vor Ort hast, der Dich umfassend beraten kann.

Da zurzeit die Holzpreise sehr stark schwanken ist ein Beratung von hohem Wert.

Leimholz bekommst du hier auf Maß auch bei uns im Shop.

Fazit:

Wer über eine gut ausgestattete Hobbywerkstatt und einer geeigneten Säge mit Abrichtmöglichkeiten verfügt, ist für den Bau eines verleimten Holzbogens bestens ausgerüstet. Eine ordentliche Anzahl an Schraubzwingen gehört ebenfalls dazu. Wenn Du Dir diese Grundausstattung erst kaufen musst, um einen Bogen zu bauen, wird dieser am Ende sehr teuer und lohnt den Aufwand kaum. In diesem Fall ist es sinnvoller, einen Bogen aus Leimholz fertig zu kaufen. Mit einer gut bestückten Hobbywerkstatt und einem Holzhändler in Deiner Nähe kannst Du auch als Hobbyhandwerker günstig Holzbögen herstellen. Für den Außeneinsatz solltest Du unbedingt einen wasserfesten Leim auswählen. Viel Spaß und gutes Gelingen!

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