Dachbegrünung für Garagen – So muss das!

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Du denkst darüber nach, Dein Garagendach zu begrünen? Hier erfährst Du alles über die richtige Vorgehensweise, die für diesen Zweck optimalen Pflanzen und die Gesamtkosten einer Dachbegrünung. Dachbegrünung für Garagen, So muss das!

Die Begrünung von Dächern – schon in der Antike beliebt

Die Begrünung von Flachdächern ist keine Erfindung aus den letzten Jahrzehnten. Schon in der Antike begrünte man Dächer, denn die Wohnungen waren damals oft klein und die Straßen eng. Durch die Begrünung Ihrer Dächer schufen sich Griechen und Römer einen Platz, an dem sie in einer schönen Umgebung ein wenig frische Luft schnappen konnten.

Heutzutage stehen bei der Dachbegrünung dagegen der Klimaschutz und die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund. Pflanzen säubern und kühlen die Luft in Wohngebieten und vor allem in größeren Städten. Viele Gemeinden zahlen deshalb mittlerweile einen Zuschuss.

Eine Dachbegrünung ist jedoch nicht nur ein ausgezeichneter Beitrag zum Umweltschutz. Sie sieht auch gut aus und erleichtert Dir die Pflege der Garage. Anstatt regelmäßig das Dach von Laub zu befreien, erfreust Du Dich einfach an der Bepflanzung.

Der Pflegeaufwand ist allerdings nur dann gering, wenn Du Pflanzen aussuchst, die von Natur aus ohne Deine Unterstützung gedeihen.

Geeignete Pflanzen für die Dachbegrünung

Begrünung von Dächern steda
Quelle: @Wikimedia

Bei der Dachbegrünung unterscheidet man zwischen der extensiven und der intensiven Begrünung. Eine extensive Begrünung besteht aus kleinen Pflanzen, deren Wurzeln nur wenig Erde benötigen.

Für sie reicht eine Schicht Erde mit einer Höhe von maximal 20 Zentimetern aus. Bei einer intensiven Begrünung hat die Erdschicht dagegen eine Höhe von bis zu 40 Zentimetern. In sie kannst Du sogar Sträucher und kleine Bäume pflanzen. Solch eine Bepflanzung sieht natürlich toll aus, hat allerdings auch ein hohes Gewicht.

Sie kommt deshalb nur für Garagendächer in Frage, die ausreichend tragfähig sind. Dies ist in der Regel nicht der Fall, deshalb entscheiden sich die meisten Garagenbesitzer für eine extensive Begrünung. Sie ist nicht nur leichter, sondern verursacht auch geringere Kosten. Zudem benötigt sie so gut wie keine Wartung und Pflege.

Für eine extensive Dachbegrünung eignen sich vor allem die vielen Sedum-Arten, die selbst lange Trockenperioden und große Hitze problemlos überstehen. Zudem bilden sie schöne Blüten, die oft an langen Stielen aus den Pflanzen ragen.

Ebenso widerstandsfähig sind viele Ziergräser und Kräuter wie Thymian und Rosmarin, die aus dem Mittelmeerraum stammen und dadurch Hitze und Trockenheit gewohnt sind.

Den Untergrund sorgfältig vorbereiten

In den Gartencentern findest Du inzwischen Sets für die Garagendachbegrünung. Sie enthalten alle Elemente, die Du für eine Dachbegrünung brauchst. Du kannst die einzelnen Bestandteile aber natürlich auch einzeln kaufen.

In diesem Fall benötigst Du zunächst eine wasserfeste Unterlage, die sehr robust sein sollte, damit die Pflanzen sie mit ihren Wurzeln nicht durchstoßen. Überprüfe vor dem Verlegen der Wurzelschutzfolie jedoch, ob das Dach überall dicht ist und entferne sämtlichen Schmutz.

Benötigst Du mehrere Folien, um das gesamte Dach abzudecken, sollten sich die Folien überlappen. Denk außerdem daran, an der Stelle, an der sich der Abfluss für Regenwasser befindet, eine Öffnung in die Folie zu schneiden.

Das Substrat verteilen und bepflanzen

Auf die Wurzelschutzfolie verteilst Du das Substrat, das zu den gewählten Pflanzen passen sollte. Idealerweise handelt es sich hierbei um ein Substrat, das speziell für die Dachbegrünung entwickelt wurde.

Es lässt sich am leichtesten mit einem Rechen verteilen. Danach kannst Du schon mit dem Setzen der Pflanzen beginnen. Hat jede ihren Platz bekommen, nimmst Du am besten einen Gartenschlauch und gibst ihnen reichlich Wasser. In der folgenden Zeit kann eine weitere Bewässerung erforderlich sein, wenn es nicht oft genug regnet.

Haben sich die Pflanzen mit ihren Wurzeln im Boden verankert, kommen sie jedoch gut allein zurecht. Dies dauert etwa drei bis vier Wochen. Die beste Zeit zum Pflanzen ist der Frühling oder der Herbst, denn dann ist es nicht zu warm und es regnet meist häufiger als im Hochsommer.

Macht es Dir nichts aus, die Pflanzen in den ersten Wochen zu gießen, kannst Du Dein Garagendach aber auch im Sommer bepflanzen.

Tipp: Möchtest Du Dir das Bepflanzen noch einfacher machen, kannst Du Vegetationsmatten kaufen. Diese Matten erinnern an Rollrasen und sind bereits gepflanzt. Du brauchst sie daher nur noch auf dem Substrat auszurollen.

Das Ausstreuen von Samen ist ebenfalls möglich. Bis aus Saatgut eine geschlossene Begrünung entstanden ist, vergehen allerdings Monate bis Jahre. Diese Methode eignet sich deshalb nur für sehr geduldige Menschen. Sie ist außerdem aufwändiger, denn der Wind weht oft unerwünschte Samen beispielsweise von Bäumen auf das Dach.

Die Vorteile einer Dachbegrünung für Menschen, Tiere, das Gebäude und die Umwelt

Garagendächer sind meist nicht sonderlich attraktiv. Durch eine Bepflanzung werden sie daher schöner und mit den entsprechenden Pflanzen sogar echte Hingucker. Sehr dekorativ sind zum Beispiel verschiedenfarbige Gräser, die vor allem im Herbst sofort ins Auge fallen.

Sedum-Arten blühen dagegen meist im späten Frühling oder im Frühsommer. Durch eine Kombination aus unterschiedlichen Gewächsen sorgst Du daher in jeder Jahreszeit für eine tolle Optik.

Denke bei der Auswahl der Pflanzen aber auch an die Bienen und andere Insekten, die kaum noch Nahrung finden.Sie freuen sich über heimische Blühpflanzen, die reichlich Nektar produzieren.

Wenn Du Dein Garagendach oder eine anderes Flachdachcarport bepflanzt, profitierst Du außerdem von einer geringeren Hitzeentwicklung an heißen Sommertagen. Dann geben die Pflanzen Feuchtigkeit ab, die den gesamten Bereich rund um das Gebäude und nicht zuletzt den Raum unter dem Dach kühlt.

Dieser Effekt ist merklich spürbar, denn sicherlich hast Du auch schon einmal festgestellt, dass es im Sommer in wenig begrünten Straßen sehr viel heißer als beispielsweise in einem Park mit Bäumen ist.

An kalten Wintertagen wirkt eine Dachbegrünung dagegen wie eine zusätzliche Isolierung. Sie hilft Dir bei der Reduzierung von Heizkosten, falls Du Deine Garage nicht nur zum Abstellen des Autos, sondern auch als Hobbywerkstatt oder für andere Zwecke nutzt.

Auch für die Garage ist eine Begrünung von Vorteil. Sie schützt das Dach vor Starkregen, Hagel und anderen extremen Witterungseinflüssen. Dadurch steigert sie die Lebensdauer des Dachs und der gesamten Garage.

Weil Du mit einer Begrünung erst später ein neues Dach brauchst, werden die natürlichen Ressourcen geschont. Der wichtigste Effekt im Hinblick auf den Umweltschutz ist jedoch die Tatsache, dass Pflanzen CO2 aufnehmen und den Klimawandel verlangsamen. Darüber hinaus binden sie Staub und andere Schadstoffe aus der Luft.

Was kostet eine Dachbegrünung für Garagen?

Möchtest Du ein Komplettset dachbegrünung für Garagen kaufen, solltest Du pro Quadratmeter Dachfläche mit 40 bis 70 Euro kalkulieren. Bei einer Einzelgarage kostet die Dachbegrünung somit etwa 700 bis 900 Euro. Ähnliche Kosten entstehen bei einer Dachbegrünung in Eigenregie.

Stellst Du Dir die Begrünung selbst zusammen, hast Du jedoch die Möglichkeit, an der einen oder anderen Stelle zu sparen und beispielsweise bei den Pflanzen auf attraktive Angebote zu warten. Die reinen Materialkosten liegen bei 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter Dachfläche.

Auch ein leicht geneigtes Garagendach lässt sich übrigens begrünen. Damit die Bepflanzung und das Substrat nicht eines Tages vom Dach rutschen, darf die Neigung jedoch nicht mehr als 15 ° betragen.

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