Gartenhaus auf Stelzen: Entspannung in luftiger Höhe

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Gartenhaus-Stelzen
@ Nikon-Digital - pixabay.com

Ein Gartenhaus vom Boden abzuheben verleiht ihm eine buchstäblich herausragende Stellung. Hoch oben über dem Erdboden können du deine Blicke über den Garten schweifen lassen und die Pflanzen, Wege-, Wasser- und Pflasterflächen in deiner grünen Oase aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten. Es gibt gute Gründe, ein Gartenhaus auf Stelzen zu setzen. Welche das sind, und worauf es bei der Konstruktion ankommt, verrät dir dieser Beitrag.

Wann bietet sich ein Gartenhaus auf Stelzen an?

Ein Stelzen-Gartenhaus kommt infrage, wenn der Untergrund, das Gefälle oder der zugedachte Nutzungszweck es erfordern. Bedenke auch, dass in hochwassergefährdeten Gebieten Versicherungen keine Schadensregulierung übernehmen, falls du deine Police nicht ausdrücklich in diesem Punkt angepasst hast. In den folgenden Fällen ist ein Gartenhaus auf Stelzen eine echte Alternative, manchmal sogar die einzige.

  • In Hochwassergebieten oder Sumpfgebieten

    Falls du in einer hochwassergefährdeten Region lebst, ist ein Gartenhaus auf Stelzen eine gute Idee. Wasser kann zwar einem Ziegelhaus relativ wenig anhaben, doch ein Gartenhaus aus Holz ist nach einem Hochwasser oft so stark beschädigt, dass es nicht weiter genutzt werden kann. Feuchtigkeit verursacht Schimmel, der das Holzhäuschen rasch irreparabel beschädigt. In einem Sumpfgebiet ist ein Gartenhaus auf Stelzen oft sogar die einzige Möglichkeit, es sicher im Garten zu platzieren.

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  • Auf felsigen und unebenen Böden sowie auf Hanggrundstücken

    Ein Grundstück in Hanglage stellt für die Gartengestaltung mitunter eine ziemliche Herausforderung dar. Gibt es überhaupt keine ebene Fläche, auf der ein Gartenhaus sicher platziert werden kann, ist das Gartenhaus auf Stelzen eine sehr gute Option. Auf felsigen und schwierigen Untergründen, die starke Unebenheiten aufweisen, sind solche aufgeständerten Gartenhäuser eine praktikable Lösung. Mithilfe der Pfosten gelingt es, Höhenunterschiede auszugleichen und schwierige Bodenverhältnisse zu bewältigen.

  • Auf lehmigen und weichen Böden

    Instabile Untergründe aus Sand oder Lehm sind nicht gut geeignet, stabile Fundamente zu platzieren. Denn ganz egal, wie stark du die Betonmischung herstellst, sie braucht den nötigen Halt im Erdreich. Fehlt dieser, sackt ein Gartenhaus unkontrolliert ab. Mit einem Stelzenfundament nutzt du die bessere Option, denn du kannst die Pflöcke so weit absenken, bis eine tragfähige Bodenschicht die Last aufnimmt.

  • Kinderspielhäuser auf Stelzen im Garten

    Kinder lieben Abenteuer und Eltern können den Nachwuchs im hochgestellten Garten-Mini-Haus im Auge behalten. Ein Abenteuerspielplatz in luftiger Höhe mit Kletterleiter, Rutsche und Hängebrücke fordern die Kleinsten heraus, ihre Motorik zu schulen. Es ist ein Spielparadies mit wichtigen Auswirkungen auf die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern.

Gartenhaus-Spielplatz-Stelzen
@ Mariamichelle – pixabay.com
  • Kleine Häuschen auf Stelzen für Kleintiere

    Hühner, kleine Ziegen, Hasen und andere Tiere fühlen sich in einem Gartenhaus auf Stelzen ebenfalls wohl. Natürlich sollte diese Variante nicht zu hoch gebaut werden, damit eine nicht zu steil geneigte Rampe als Zugang für die Tiere nutzbar ist. Das Gartenhaus für Tiere erleichtert dir übrigens auch die Reinigung, denn du musst dich nicht so tief bücken. Hühner, Hasen und anderes Kleintier residiert auf erhöhter Ebene, sodass kriechende Schädlinge und Räuber wie Fuchs oder Mader nur bedingten Zugang zum Stall haben. Zudem lässt sich Bodenfeuchtigkeit besser abhalten. Dadurch ist das Kleintierhaus länger funktionsfähig. Dauerregen verliert seinen Schrecken, weil die Tiere trocken oberhalb des durchnässten Bodens untergebracht sind.

Stelzenhausen selbst bauen – das musst du beachten

Es empfiehlt sich, zuerst ein detaillierten Konstruktionsplan zu erstellen oder sich einen zu besorgen. Auf dieser Grundlage kannst du ermitteln, wie die Unterbodenkonstruktion und die Stelzen am sinnvollsten anzuordnen und auszuführen sind.

Tipp: Falls du ein Gartenhausmodell wählst, das nicht dazu gedacht ist, auf Stelzen zu stehen, musst du den Boden verstärken.

So gehst du am besten vor:

  1. Erstelle/besorge die Konstruktionszeichnung.
  2. Im Konstruktionsplan notierst du die Maße und das Gewicht des Gartenhaus.
  3. Wie stark ist der Untergrund belastbar und welche Besonderheiten sind zu beachten? Unter Beachtung dieser Aspekte ermittelst du die nötigen Ankerpunkte für die Pfosten. Du brauchst mindestens welche unter den Ecken des Gartenhauses. Ist das Gartenhaus sehr groß, brauchst du zusätzliche Stützen in den Zwischenräumen.
  4. In Gebieten mit viel Wind, zum Beispiel an der Küste, sind stabilisierende Sturmwinkel hilfreich. Auch auf dem offenen Land nehmen die Sturmböen stetig zu, sodass die Sturmwinkel eine grundsätzliche Empfehlung für alle Gartenhäuser auf Stelzen sind.
  5. Informiere dich über die Hochwasserstände der vergangenen Jahre falls erforderlich und berücksichtige das bei der Planung.

Die Unterbodenkonstruktion

Die Unterbodenkonstruktion gibt dem Gartenhaus die Standfestigkeit. Auf festen Untergründen sind Ankerpunkte geeignet, auf denen später die Stützen montiert werden. Sind die Erdschichten weich, kann eine robuster Betonplatte nötig sein, um für die nötige Stabilität zu sorgen.

Die Stelzenkonstruktion

Auf der Unterbodenkonstruktion werden die Stelzen in der gewünschten Länge angebracht. Sie bestehen in der Regel aus groß dimensionierten Holzpfosten. Diese kannst du in beliebiger Länge im nächsten Baumarkt kaufen und bereits zuschneiden lassen. Wähle eine gute Qualität und Produkte mit einer ausreichenden Imprägnierung (Kesseldruckimprägnierung) aus. Verfügt das Grundstück über viel Feuchtigkeit, zieht diese über Holzstelzen nach oben ins Haus. In diesem Fall solltest du Metallstützen oder Betonpfeiler wählen.

Fazit: Eine aufwändige Aufgabe mit großem Mehrwert

Ein Gartenhaus auf Stelzen verursacht zwar bei der Konstruktion und dem Aufbau einen hohen Aufwand, doch die Mühe lohnt sich. Du gewinnst dadurch neue Nutzungsmöglichkeiten in deinem Garten und kannst dir mit viel Fantasie einen einzigartigen Rückzugsort in luftiger Höhe schaffen – und das nicht nur für deine Kinder.

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