Gartenhaus mit Wasseranschluss: So wird aus der funktionalen Hütte ein echter Lieblingsplatz

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Garenhaus-Wasseranschluss
@ ThorstenF - pixabay.com

Eine Holzhütte im Garten diente früher meist zur Aufbewahrung von Gerätschaften. Die Hütte wurde vorzugsweise in einer Ecke des Gartens versteckt. Doch ein Gartenhaus kann weit mehr als die Funktion eines Schuppens übernehmen. Mit einem Wasseranschluss eröffnen Sie sich die Möglichkeit, den Nutzwert wesentlich zu erhöhen. Aus der stiefmütterlich behandelten Holzhütte machen Sie damit viel mehr: Zum Beispiel Ihren Rückzugsort, Ihr Büro im Grünen oder einen neuen Lieblingsplatz für gemütliche Grillabende mit Familie und Freunden.

Was spricht für einen Wasseranschluss im Gartenhaus?

Es gibt gute Gründe, die einen Wasseranschluss im Gartenhaus befürworten. Die wichtigsten zeigt die folgende Auflistung:

  • Wenn Sie die Wasserleitung an das Netz des örtlichen Wasserversorger anschließen, profitieren Sie von frischem Trinkwasser direkt aus dem Wasserhahn. Das bedeutet, Sie können sich in der Hütte Kaffee oder Tee zubereiten oder kühles Leitungswasser an heißen Tagen genießen. Voraussetzung dafür ist, dass Strom vorhanden ist.
  • Fließendes Wasser ist nützlich, um Obst und Gemüse zu reinigen. Das ist dann interessant, wenn die Gartenhütte als Grillhütte benutzt wird. Mit Blick auf die waschsende Beliebtheit von Outdoor-Küchen ist Frischwasser im Gartenhaus hilfreich.
  • Nach dem gemeinsamen Essen mit Freunden können Sie den Gartentisch rasch reinigen und direkt im Gartenhaus abspülen.
  • Wasser im Gartenhaus bedeutet, dass Sie Wasser zum Gießen zur Verfügung haben.
  • Ein Mini-Urlaub auf dem eigenen Grundstück lässt sich in einem mit Wasser versorgten Refugium unkompliziert realisieren.
  • Das Gartenhaus wird für Gäste als komfortable Übernachtungsmöglichkeit nutzbar.
  • Planen Sie eine Sauna im Garten? Mit dem Wasseranschluss lässt sich dieser Wunsch leicht in die Tat umsetzen.
  • Falls Sie über einen Pool oder Teich im Garten verfügen, können Sie ihn leicht befüllen.
gartensprinkler-Garten-Blumen
@ Peggychoucair – pixabay.com

Wenn Sie das Gartenhaus mit einem Wasseranschluss versehen wollen empfiehlt es sich, zugleich für den Stromanschluss zu sorgen. Wasserleitungen lassen sich direkt mit dem Erdkabel verlegen. Das spart Zeit und wertet Ihr Gartenhaus noch mehr auf.

Wasserleitungen verlegen: Ist eine Genehmigung erforderlich?

Bezüglich einer Genehmigung zum Verlegen von Wasserleitungen müssen sie Kontakt zur örtlichen Baubehörde aufnehmen. Die einzelnen Bundesländer verfügen über eigene Bauordnungen. Am besten machen Sie einen Termin und bringen die Unterlagen des Gartenhauses mit. Planen Sie ohnehin, ein Gartenhaus neu zu kaufen, können sie sofort klären, ob eine Baugenehmigung für ihr Gartenhaus nötig ist. Auch sind nachbarschaftsrechtliche Vorschriften zu berücksichtigen, was den Standort des Gartenhauses angeht und somit die Verlegung der Rohre beeinflusst.

Achtung: Falls es bei ihrem Gartenhaus um ein Objekt geht, das in einer Kleingartenanlage steht, ist das Bundeskleingartengesetz anwendbar. In diesem Fall suchen sie das Gespräch mit dem Vorstand des Kleingartenvereins.

Abwassergebühren: Welche Kosten fallen an?

Die Höhe der Abwassergebühren ist regional unterschiedlich. Die örtlichen Wasserversorger handeln nach öffentlichem Recht und bieten viele unterschiedliche Tarife an. Werfen Sie einen Blick auf Ihre letzte Gebührenabrechnung der Gemeinde, dort finden Sie den Abwasserpreis.

Falls Sie den Wasseranschluss installieren, um damit Pflanzen zu wässern oder den Gartenteich aufzufüllen, läuft das Wasser nicht in die öffentliche Kanalisation. Sie müssten dafür keine Abwassergebühren bezahlen. Allerdings erfolgt die Abrechnung von Abwassergebühren in Deutschland nach einem ganz einfachen Prinzip: Für jeden gezapften Kubikmeter Wasser wird auch ein Kubikmeter Abwasser berechnet.

Gartenwasserzähler getrennt vom Wasserzähler für das Haus anbringen

Damit das Wasser, welche Sie nicht in die Kanalisation einleiten, nicht mit einer Abwassergebühr belastet wird, brauchen Sie einen Gartenwasserzähler. Der Gartenwasserzähler ist genauso wie die Hauptwasseruhr geeicht und der Wert wird bei der jährlichen Ablesung mit angegeben. Der örtliche Versorger zieht die verbrauchte Gartenwassermenge von der insgesamt bezogenen Wassermenge ab, sodass es berechnet wird.

Tipp: Erkundigen sie sich bei der zuständigen Gemeinde, wie sie in punkto Gartenwasserzähler vorgehen müssen. Manche Gemeinden verlangen die Installation durch einen Fachbetrieb, andere Gemeinden verkaufen die zulässigen Wasserzähler an die Bürger.

 

Wasserleitung ins Gartenhaus verlegen – so muss das!

Falls Sie das Gartenhaus neu errichten, können Sie sofort die Zuleitung für das Wasser beim Aufbau mitberücksichtigen. In einem vorhandenen Gartenhaus ist der Anschluss aufwendiger. Folgende Aspekte sind beim Verlegen der Wasserleitung zu berücksichtigen:

  • Legen sie fest, wo die Wasserleitung verläuft. Ist ein Gartenweg oder eine Terrasse zu unterqueren, brauchen sie neben einem Spaten zusätzlich eine Brechstange. Damit können sie Pflastersteine anheben und Terrassenplatten zur Seite räumen.
  • Randsteine mit Fundament reichen tiefer. Sind sie frostfrei gegründet, wird die Unterführung aufwendig. Bedenken Sie, dass Frostfreiheit erst ab 80 cm Tiefe gewährleistet ist. Entscheiden sie sich, die Leitung höher zu verlegen, ist sie im Winter nicht nutzbar.
  • Entlüftungen dienen dazu, eine nicht frostsicher verlegte Wasserleitung für den Winter vorzubereiten. Dazu müssen Sie an beiden Enden einer Leitung ein Kugelhagel mit Drehverschluss installieren, auch Entlüftungsstutzen genannt. Vor der Winterpause öffnen Sie beide Hähne und entleeren die Wasserleitung. So kann der Frost stehendes Wasser im Rohr nicht in Eis verwandelte, welches die PVC-Rohre sprengen würde.
  • Die Mindesttiefe zur Verlegung der Wasserleitung liegt bei zwei Spaten tief. Auf diese Weise laufen Sie nicht Gefahr, beim Umgraben versehentlich die Leitung zu beschädigen.
  • Beim Ausschachten prüfen Sie den Unterboden. Falls er steinig ist, sollten sie eine 10 cm dicke Sandschicht einfüllen. Sie verhindern damit, dass die spitzen Steine in Verbindung mit dem Druck der aufgefüllten Erde die Rohre beschädigen.
  • Führt der direkte Weg vom Wasseranschluss zum Gartenhaus durch Wurzelwerk von Bäumen und Sträuchern, sollten Sie eine Umleitung nehmen. Das PE-Material ist biegsam und es ist kein Problem, es außen um die Wurzelmasse herum zu führen.
  • Die PE-Leitungen werden auf Rollen geliefert. Beim Auslegen zieht sie sich oft zusammen wie eine Feder. Bewahren Sie Ruhe, arbeiten Sie geduldig und langsam. So kommen Sie stressfreier ans Ziel.
  • Für starke Richtungsänderung nutzen Sie Eckverschraubungen und gewinkelte Adapter.
Wasserrohre
@ admarkt – pixabay.com

Ist die Leitung verlegt, können Sie den Aushub auffüllen und gegebenenfalls die Rasensoden oben auflegen. Die Grasnarbe bildet sich rasch und bald ist von dem Graben nichts mehr zu sehen.

Fazit: Erst mit der Gemeinde sprechen, dann Wasserleitungen verlegen

Fließendes Wasser im Gartenhaus hat viele Vorteile und die Verlegung lässt sich im Prinzip unkompliziert realisieren. Klären sie im Vorfeld unbedingt mit der Gemeinde ab, wie in punkto Abwasserkosten verfahren und wie die Installation eines Gartenwasserzählers gehandhabt wird. So vermeiden sie überflüssige Ausgaben.

 

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