Lärmschutz im Garten: Mauern, Pflanzen, Holzzäune

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@ blickpixel - pixabay.com

Vogelgezwitscher, Blätterrauschen und das leise Plätschern des Springbrunnens – so sollte die Geräuschkulisse im eigenen Garten sein. Viele Gärten liegen nicht eben ruhig. Manche Bewohner müssen sich mit den lauten Geräuschen einer Straße, einer angrenzenden öffentliche Fläche oder dem typischen Nachbarschaftslärm arrangieren. Ein kleines Fleckchen Grün inmitten eines Großstadtdschungel zu einer Oase der Ruhe zu machen ist nicht so schwer. Dieser Beitrag liefert Tipps und Tricks rund um den Lärmschutz im Garten.

Ab wann Lohnt sich ein Lärmschutz?

Grundsätzlich erlebt jeder Mensch Lärm individuell. Den einen stört buchstäblich das Sirren der Mücke am Ohr, der andere erlebt den gleichmäßig dahinströmenden Verkehr als eine Art meditative Berieselung. Wer sich nach der Arbeit an einem ruhigen Platz auf der Terrasse am Haus erholen kann, genießt ein Stück Lebensqualität. Laute Geräusche beeinträchtigen den Erholungswert maßgeblich.

Doch was ist eigentlich „laut“ und was ist erträglich? Ab wann lohnt sich der konkrete Lärmschutz im Garten? Um eine ungefähre Orientierung zu geben folgt ein kurzer Überblick über die Einordnung von Lärm:

  • 50 db(A) entspricht der Lautstärke von Vogelgezwitscher oder leiser Radiomusik. Das ist für einen Garten absolut angemessen.
  • In normaler Lautstärke geführte Gespräche erreichen einen durchschnittlichen Wert von 60 dB(A).

Liegt der Pegel der ständigen oder oft vorkommenden Geräuschbelästigung bei 60 db(A) und mehr, dann lohnt es sich, über einen Lärmschutz nachzudenken. Aus gesundheitlicher Sicht hat ein Lärmpegel ab 65 db(A) negative Konsequenzen, wenn er dauerhaft auf Menschen einwirkt. Zum Vergleich: Die Geräuschentwicklung von Staubsaugern, Haartrocknern und Autos liegt bei 75 db(A).

Unabhängig von der gemessenen Lautstärke spielt das persönliche Empfinden eine entscheidende Rolle.

 

Lärmschutz im Garten: Wichtig zu wissen!

Im Außenbereich gibt es verschiedene Optionen, um sich vor Umgebungsgeräuschen zu schützen. Welche die richtigen sind, hängt maßgeblich von der Lärmquelle und ihrem Standort ab. Schallwellen funktionieren ähnlich wie Licht. Wenn sich ihnen nichts in den Weg stellt, breiten sie sich aus. Befindet sich die Lärmquelle beispielsweise oberhalb Ihres Gartens, ist der Lärmschutz nur aufwendige zu erreichen. Liegt sie aber in einem Meter Höhe neben dem Garten, ist der Schallschutz leichter zu realisieren. Der Schlüssel für effektiven Lärmschutz liegt in der optimalen Platzierung, der Materialwahl und der sorgfältigen Montage. Bevor Sie zum Holz, Beton oder Ziegelsteinen greifen, sollten Sie über grundsätzliche Aspekte im Bilde sein:

  1. Glatte Oberflächen werfen Lärm zurück, raue Oberflächen nehmen Schall auf. Das bedeutet, dass Sie mit einer zerklüfteten Oberfläche effektiv Schallwellen auflösen können. Das gilt auch für Ihren selbst verursachten Lärm. Statten Sie Ihren Lieblingsplatz mit textilen Oberflächen aus, sorgen sie für eine ruhigere Umgebung.
  2. Lärmschutzwände sollten möglichst dicht sein, um den Schall nicht hindurchzulassen. Das gilt vor allem auch für die untere Begrenzung. Beginnt das Schallschutzelement erst 20 oder 30 Zentimeter über dem Boden, dringen die Schallwellen in Ihren Garten.
  3. Je näher Schallquelle und Schallschutz einander sind, desto höher ist die Schutzwirkung. Je weiter die Lärmquelle entfernt ist, desto weniger können Sie ausrichten. Deshalb ist ein effektiver Schutz gegen den Lärm einer weiter entfernt liegenden Autobahn nicht möglich.
  4. Je höher der Schallschutz, desto besser die Wirkung. Ab einer Höhe von 150 Zentimetern ist eine Lärmminderung bereits hörbar.
  5. Unterbrechungen in einer Schallschutzwand mindern die Wirkung. Deshalb sind Tore und Eingänge bei der Planung mit zu berücksichtigen.

Schallschutz mit Holz, Beton, Steine, Kunststoff, Glas und Pflanzen

Um Lärmschutz im Garten effektiv und optisch ansprechend umzusetzen, stehen Ihnen verschiedene Materialien zur Verfügung. Es ist zusätzlich möglich, weniger attraktive Lärmschutzbauten durch eine ausgeklügelte Bepflanzung optisch aufzuwerten. Pflanzen filtern Staub und manche Gewächse vermindern die Schallübertragung in hohen Frequenzbereichen. Sie wirken somit dämpfend. Runde Blätter mit behaarter Oberfläche, die vertikal stehen, wirken am effektivsten. Efeu ist beispielsweise in dieser Hinsicht eine gute Wahl.

Holz

Mit Holz im Garten haben Sie viel Gestaltungsspielraum. Der natürliche Baustoff lässt sich unkompliziert verarbeiten. Wesentlich für einen guten Schallschutz ist, dass die Holzwand keine durchlässigen Passagen bietet. Je dichter die Holzlattung, desto besser der Schallschutz. Die Dicke des Zaunes spielt ebenfalls eine Rolle, denn durch dünne Flechtzäune dringt wesentlich mehr Schall als durch eine doppelt verlattete Schutzwand. Auch hier gilt, dass raue Oberflächen den Schall absorbieren, weshalb Sie auf versetzte Latten zurückgreifen sollten. Durch die Ausrichtung der Holzlattung beeinflussen Sie ebenfalls den Schallschutz. Schräg angebrachte Latten lenken den Schall nach oben ab.

Beton

Eine Mauer in Keilform leitet den Schall in aufsteigender Richtung ab. Wählen Sie eine Holzverschalung, erzeugen Sie eine raue Oberfläche. Diese absorbiert den Schall, statt ihn zu reflektieren. Weiteres Plus: Eine raue Betonoberflächen bietet Kletterpflanzen guten Halt.

Gabionen

Gabionen sind eine Wunderwaffe, denn damit können Sie in kurzer Zeit einen äußerst effektiven Schallschutz errichten. Einfach in der Handhabung und nachträglich berankbar bieten sich Gabionen als Sicht- und Schallschutz im Außenbereich an.

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Ziegel

Ziegelsteine sind ähnlich wirkungsvoll, wie rauer Beton. Da die einzelnen Mauersteine mittels Mörtel verbunden und nachträglich verfugt werden, ergibt sich eine raue, schallabsorbierende Oberfläche.

Kunststoff

Weisen die Zaunelemente aus Kunststoff ein bestimmte Bauweise auf, wirken sie schallisolierend. Wenig effektiv sind die überall zu sehenden Doppelstabzäune, durch deren Gittergeflecht dünne Kunststoffbahnen gezogen werden. Sie halten den Lärm nicht so gut ab. Hingegen sind entsprechend präparierte Kunststoffelemente als Lärmschutzwand geeignet.

Glas

Glasflächen werfen den Schall zurück und kommen nicht in jeder Situation in Betracht. Aus gestalterischer Sicht sind oft eine gute, weil attraktive Wahl.

Was ist beim Bau rechtlich zu beachten?

Ein Lärmschutz ist bautechnisch einzuordnen wie ein Sichtschutz oder ein normaler Zaun. Der Gesetzgeber bezeichnet alle genannten Bauwerke als „Einfriedung“. Was erlaubt ist, ist in jedem Bundesland anders geregelt. Maßgeblich sind folgende Vorschriften:

  • Nachbarschaftsrecht
  • Landesbauordnung
  • lokale Vorschriften des zuständigen Bauamts.

Als Faustformel sei gesagt, dass Einfriedungen bis zu einer Höhe von 180 Zentimetern mit Zustimmung des Nachbarn auf der Grundstücksgrenze zulässig sind. Alles, was darüber hinausgeht, ist kritisch im Hinblick auf die Zulässigkeit und könnte eine Baugenehmigung erfordern.

Tipp: Wer die Einfriedung höher haben will, pflanzt raschwachsende immergrüne Gehölze direkt hinter den Zaun. Für Pflanzen gibt es kein Höhenlimit.

Schallschutz: absorbierende Baustoffe bevorzugt

In den meisten Situationen sind schallabsorbierende Baustoffe die beste Wahl, weil sie die Schallwellen aufbrechen. In Abhängigkeit von der Lage und Umgebung der Terrasse sind glatte Oberflächen ebenfalls geeignet. Gestalterisch haben Sie viele Möglichkeiten, so dass Sie bestimmt eine Lösung finden, die optisch zu Ihrem Garten passt.

 

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