Bauholz – darauf solltest du beim Kauf achten

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Nicht jede Art von Holz eignet sich für den Hausbau oder andere Konstruktionen. Holz als Bauholz muss bestimmte Kriterien bei der Qualität erfüllen. Die gilt für den professionellen Bau sowie für Heimwerker. Standards und Regeln sind im Lauf der Zeit strenger geworden. Die gesetzlichen Vorgaben für Bauholz sind in den Bauregellisten für die Vorgaben im deutschen und europäischen Raum festgelegt. Zudem muss Bauschnittholz mit CE gekennzeichnet sein.

Stabilität und Sicherheit von Konstruktionen sind nur dann gewährleistet, wenn die Qualität stimmt und die richtige Auswahl getroffen wurde. Hinzu kommen die korrekten Massen und die Beachtung von verschiedenen Vorgaben.

Holzarten für Bauholz

Fichte ist für den Innen- und Außenbau gleichermaßen geeignet. Douglasie, welche eine höhere Dauerhaftigkeit und Resistenz aufweist, ebenfalls. Fichte hat den Vorteil eines geringeren Gewichtes. Douglasie kann sich verfärben, wenn diese mit Eisenmetallen in Berührung kommt.

Weitere zugelassene Hölzer als Bauholz:

  • Buche
  • Eiche
  • Kiefer
  • Lärche
  • Tanne
  • Teak
verschiedene Holzarten

Zu diesen bekanntesten Hölzern kommen weitere hinzu.

Welches Holz sich eignet und welche Komponenten, beispielsweise Brettschicht- oder Kantholz notwendig sind, hängt vom Bauvorhaben ab. Zur richtigen Entscheidung empfiehlt sich eine professionelle Beratung.

Bauholz muss trocken sein

Der Feuchtegrad im Holz beträgt nach dem Sägen über 30 Prozent. Holz darf nur trocken verbaut werden, um Bauschäden zu verhindern. Holz arbeitet im feuchten Zustand stärker, es können Risse und Verformungen entstehen. Beim Verbauen von feuchtem Holz besteht zudem die Gefahr von Schimmelpilz.

Maßgebend für die Trockenheit von Bauholz ist die Feuchte des Gleichgewichts. Holz darf lediglich so viel Feuchte aufweisen, wie die Umgebungsluft am zukünftigen Standort nach DIN 1052.

Gleichgewichtsfeuchte in der Übersicht:

rundum geschlossene Bauwerke mit Heizung: 9 Prozent plus / minus 3 Prozent
rundum geschlossene Bauwerke ohne Heizung: 12 Prozent plus / minus 3 Prozent
offene überdeckte Bauwerke 15 Prozent plus / minus 3 Prozent
Bauwerke, die der Witterung ausgesetzt sind: 18 Prozent plus / minus 3 Prozent

Für Dachstühle und Holzhäuser ist Bauholz mit einer Feuchte zwischen 15 und 18 Prozent ideal.

Am meisten verwendetes Bauholz

Die Fichte zählt in Mitteleuropa zu den wichtigsten Bauhölzern. Es lässt sich gut bearbeiten und ist vielseitig verwendbar. Als Alternative bietet sich das Holz der nordamerikanischen Douglasie mit einer höheren Resistenz an, welche sich im Kern besser imprägnieren lässt als Fichte.

Verschiedenen Arten von Bauholz

Grundsätzlich gib es verschiedene Arten für Bauholz:

Vollholz

Die Querschnitte für Massivholz sind aus dem Baumstamm ohne chemische oder mechanische Veränderungen. Unterschieden wird zwischen Schnittholz und Rundholz.

Brettschichtholz

Die verleimten Hölzer werden auch Leimbinder genannt und für flache Bauelemente wie Wände oder flache Dachkonstruktionen verwendet. Bei Brettschichtholz bilden sich, im Gegensatz zu Vollholz, weniger Risse.

Holzwerkstoffe

Sperrholz, Holzfaser- und Spanplatten als zerkleinerten und zusammengeführte Holzstrukturen werden unter anderem für Tische, Stühle, Schränke und Regale verwendet.

Schnittholz

Die unterschiedlichen Schnitthölzer lassen sich durch die Holzquerschnittsmaße bestimmen und definieren:

Latten

Die maximale Breite einer Latte beträgt 8 cm, die Querschnittsfläche maximal 32 qcm. Ist die Latte sichtbar, empfiehlt sich die gehobelte Variante, ohne Sicht reicht die sägeraue Latte aus.

Leisten

Leisten als Abschlüsse oder Verblendungen sind eine Untergruppe der Latten, weisen jedoch einen geringeren Querschnitt auf.

Kantholz

Kanthölzer haben einen rechteckigen oder quadratischen Querschnitt von 6×0 cm bis 18×8 cm.

Balken

Balken sind große Kanthölzer ab 20 cm Länge und Querschnittseiten.

Bretter

Die mindestens 100 mm dicken Bretter haben eine Dicke zwischen 8 und 40 mm. Profilbretter enthalten zusätzlich Nut und Feder.

Bohlen

Die Dicke der Bohlen beträgt zwischen 40 und 120 mm und hat mindestens die doppelte Breite.

Bauholz - Bohlen

Brettschicht und Leimholz

Die Träger von Brettschichten und Leimholz sind entweder aus Kanthölzer oder Brettern mit individuellem Querschnitt verbindungsfrei verleimt.

Unterschied zwischen Kantholz, Brettschichtholz und Leimbindern

Kantholz ist kantig zugeschnittenes Vollholz, wie beispielsweise Balken. Latten oder Bretter sind Schnitthölzer. Brettschichtholz hingegen bezeichnet verleimte Hölzer. Leimbinder sind ein Synonym für Brettschichtholz und werden hauptsächlich für Dachkonstruktionen eingesetzt.

Balkenschichtholz – Duo- und Triobalken

Holzbalken aus einem Stück sind anfällig für Windungen und Risse. Das Gebäude kann durch die Veränderungen am Holz undicht werden und Fugen bekommen. Durch das Eindringen von Feuchtigkeit besteht die Gefahr von Schimmel. Balkenschichtholz, welches industriell gefertigt ist, trägt das Problem nicht.

Duo- oder Triobalken entstehen durch Bohlen oder mittels flachseitigem und zu der Faser parallelen Verkleben von zwei bis fünf Kanthölzern. Die Hölzer stammen aus dem Herzen des Baumes. Das Holz in diesen Schichten besitzt nur einen kleinen Astdurchmesser.Kanthölzer und Lamellen dürfen bei der Herstellung lediglich eine maximale Feuchte von 15 Prozent aufweisen, um das weitere Trocknen nach dem Bau zu gewährleisten.

Qualitätsmerkmale von Holzbalken

Trotz der Klebefugen haben Holzbalken die Wirkung wie Vollholz und ideal für den Hausbau, Leimbinder haben durch die geringe Feuchte eine hohe Formstabilität. Duo- und Triobalken sind leicht zu bearbeiten. In der Regel ist kein chemischer Holzschutz notwendig. Die Balken sind für das verhältnismäßig niedrige Gewicht fest und reißen selten.

Duo- und Triobalken unterliegen besonderen Anforderungen. Die Hersteller müssen Mitglieder in Gemeinschaften sein und benötigen Nachweise für die Kontrollen. Die Qualität wird von offiziellen Stellen geprüft, da es sich um tragende Holzbauteile handelt. Zusätzlich erfolgt die regelmäßige Überprüfung durch die FMPA (Forschungs- und Material-Prüfungsanstalt) Des Weiteren erfolgt eine visuelle Sortierung.

Abmessungen von Duo- und Triobalken

Bis 240 Millimeter Breite und 80 Millimetern Dicke dürfen Schichten zusammen zu einem Balken mit maximal 1,50 Quadratmetern Querschnittfläche verklebt sein. Die Abmessungen von den Querschnitten werden aus den Schichten abgeleitet.

Querschnitte von Duobalken:

  • 80 mm x 140 mm
  • 80 x 240 mm
  • 100 mm x 240 mm
  • 120 mm x 240 mm
  • 140 mm x 200 mm
  • 160 x 160 mm

Querschnitte von Triobalken:

  • 180 mm x 180 mm
  • 180 mm x 220 mm
  • 200 mm x 200 mm
  • 240 mm x 180 mm

Je nach Querschnitt sind die Balken bis zu 18 Meter lang. Die Auswahl von NSi in Nicht-Sicht-Qualität oder Si in Sicht-Qualität hängt davon ab, ob das verbaute Holz sichtbar oder verborgen ist.

Warum professionelle Beratung beim Kaufen von Holz wichtig ist

Bauholz Konstruktion

Die verschiedenen Hölzer mit den Vor- und Nachteilen werden unterschiedlich verarbeitet. Professionelle Fachleute kennen diese genau und sind in der Lage, das richtige Holz für ein individuelles Bauvorhaben zu bestimmen. Mit der professionellen Beratung lassen sich Fehler, insbesondere solche, welche erst mittel- oder langfristig sichtbar sind, vermeiden.

Mit der Beratung für die richtige Auswahl sowie dem Geschick von Heimwerkern ist ein sicheres und erfreuliches Bauvorhaben vom Anfang bis zum Ergebnis ein erfreuliches Unterfangen.

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